Auf die Frage, ob sie zuletzt über ihren Rücktritt nachgedacht habe, sagte die Spitzenkandidatin der Grünen für die EU-Wahl, Lena Schilling (23): “Die letzten Wochen waren nicht einfach. Aber ich war gut in ein Team eingebettet. Wir haben offen darüber gesprochen und ausgeschlossen, dass ich zurücktrete. Ich bin angetreten, um fürs Klima zu kämpfen. Ich mache das mit derselben Motivation, derselben Energie auch weiter.”

Im Hinblick auf den Vorwurf, dass sie es mit der Wahrheit nicht ganz genau nehme, sagte sie: “Ich habe nie mutwillig Gerüchte in die Welt gesetzt oder wollte irgendjemanden belasten. Es kann sein, dass ich in der Vergangenheit Gerüchte, die ich gehört habe, ohne viel nachzudenken, weitererzählt habe. Dafür habe ich mich auch entschuldigt. Das werde ich nicht mehr leichtfertig machen.”

Schilling: "Ich habe die Grünen ein Stück weit lieben gelernt"

Gefragt nach ihrem nicht immer unproblematischen Verhältnis zu den Grünen, erklärt sie, sie habe in den vergangenen Wochen die Erfahrung gemacht, dass, obwohl “ich hart in der Kritik gestanden bin, die Grünen hinter mir gestanden sind und mit mir gemeinsam kämpfen. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar”.

In diesem Zusammenhang räumt sie ein: “Meine Familie war am Anfang nicht der große Fan von dieser Kandidatur.” Letzten Endes habe sie sich aber dafür entschieden, “weil Klimaschutz eben nur mit den Grünen zu machen ist”. Mehr noch: “Ich habe die Grünen ein Stück weit lieben gelernt.”

Zur Frage des Migrationsdrucks auf Österreich und Europa, sagt Schilling: “Obergrenzen sind nicht durchsetzbar. Wir brauchen eine gemeinsame, geordnete Asyl- und Migrationspolitik, wo wir Menschen, die hier kein Bleiberecht haben, auch zurückschicken. Wir brauchen faire Verteilung für all die Menschen, die bleiben. Und wir brauchen Geld für Integration, für Lehrerinnen und Lehrer, für Sprachkurse.”