So verzichteten die Aufdecker-Journalisten der “Süddeutschen Zeitung”, des “Spiegels” und des Wiener Regionalwochenblatts “Falter” bewusst darauf, eine hochbrisante Aussage HC Straches über extrem betuchte Millionen-Spender bei ihrem Mini-Zusammenschnitt am 17. Mai 2019 zu veröffentlichen: Der Ex-Vizekanzler nannte im Beisein von Johann Gudenus, seiner Gattin, des Ibiza-Detektivs und der falschen Oligarchin einen österreichischen Top-Unternehmer, sowie den Immobilien-Sammler René Benko und die Unternehmer-Familie Porsche als mögliche Spender für eine Partei. Bis zu “20 Millionen” wären diese Personen bereit, in den Wahlkampf dieser Partei zu investieren.

Sehen Sie hier den 2. Teil des Ibiza-Videos

Strache sah sich jetzt diese Textpassage im eXXpress-Newsroom an und kommentierte das so: “Ich erzählte da von Gerüchten, die ich gehört habe, ja. Aber das musste nicht stimmen. So wie ich auch später die Familie Glock, Heidi Horten, Rene Benko oder den Glücksspiel-Konzern Novomatic als potentielle Spender für Parteien erwähnt habe.”

Wurde ein Name eines Millionen-Spenders bewusst "vergessen"?

Interessanterweise wurden nur die von Strache später an diesem Abend genannten Partei-Sponsoren von der “Süddeutschen”, vom “Spiegel” und vom “Falter” geoutet – der Name der vom Ex-FPÖ-Chef genannten Sportwagenhersteller-Dynastie blieb im Mai 2019 unerwähnt. Womit sich eine Frage aufdrängt: Wurde hier bewusst die Nennung des Namens Porsche blockiert? Und wäre als Motiv für dieses irritierende Vorgehen möglich, dass der Geschäftsführer der Porsche Gesellschaft mbH und Aufsichtsrat der Porsche Holding GmbH auch 12,51 % der ST Verlagsbeteiligungsgesellschaft mbH besitzt, die wiederum 100 % der Anteile an der “Falter”-Verlags-Gesellschaft hält?

Brisane Andeutungen von Strache im Garten der Finca: Er nannte noch mehr Spender.

"Oligarchin" stammelt herum, als Panne in ihrer Tarnung auffliegt

Eine weitere brisante Szene aus dem Video-Material wurde ebenfalls den Österreichern im Frühjahr 2019 nicht gezeigt: Für dieses zehn Minuten lange Gespräch hat Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus die “Oligarchin” in die Küche der Finca gelotst. Zu diesem Zeitpunkt war HC Strache bereits dabei, die Finca zu verlassen und kam aber nochmals vom Garten zurück in das Wohnzimmer, weil die Gattin von Gudenus angeblich ihr Mobiltelefon “verloren” hätte. Gemeinsam wurde das Wohnzimmer durchsucht, während Johann Gudenus in der Küche die dünnbeinige Blondine zum “Verhör” bat, direkt vor einer Geheimkamera.

Plötzlich konfrontiert der Ex-FPÖ-Klubchef die angebliche Multi-Millionärin damit, dass er ihren Pass sehen will und ihren Namen auch gegoogelt hätte, aber in der Suchmaschine nichts über sie finden konnte (kein Wunder: Igor Makarov, russischer Milliardär und ihr angeblicher Onkel, war ein Einzelkind). Die laut Dolmetscher schlecht Russisch sprechende “Russin” lächelt verlegen, stottert dann herum und kann keine Erklärung für die offensichtliche Panne in ihrer Tarnung geben. Überraschenderweise belässt es Gudenus dabei – und er sagt auch Strache nichts von seinem Verdacht, als er mit diesem dann die Finca endgültig verlässt.

Lieferte eine seltsame Vorstellung dann in der Küche der Finca: Die falsche Oligarchin.

Sehen Sie sich die jetzt aufgedeckten Video-Szenen an, machen Sie sich selbst ein Urteil – der eXXpress bringt nun alles, wir werden nichts von diesem hochbrisanten Politkrimi verschweigen oder vertuschen.

Wie beurteilen Sie die Rolle von Johann Gudenus in der Ibiza-Affäre?