Die Verkündung der Impfpflicht und ein ab Montag national verhängter Lockdown sorgte am Samstag für eine der größten Demonstrationen der zweiten Republik – verschiedene Schätzungen gehen von 35.000 bis 100.000 Teilnehmern bei der Mega-Demo in Wien aus. Viele der Demonstranten gaben an, für sie sei eine Impfpflicht “demokratiefeindlich”, “verfassungswidrig” und “diktatorisch.” Bei einem Blick auf die Weltkarte zeigt sich, dass bisher nur eine handvoll Länder eine generelle Covid-Impfpflicht eingeführt haben. Jene, die sie haben, gelten international als autoritär geführte Staaten.

Österreich bisher EU-Einzelgänger

Die in ÖSTERREICH erste generelle Impfpflicht seit dem 3. Reich steht EU–weit noch alleine da. Zwar gibt es in Frankreich  und Italien bereits Impfpflichten für bestimmte Berufsgruppen, jedoch nirgendwo für die gesamte Bevölkerung. Auf dem europäischen Kontinent gibt es vergleichbares bisher nur im Vatikanstaat, der 825 Einwohner zählt. Dort verliert man bei Impfverweigerung im schlimmsten Fall seine Anstellung, einen Strafkatalog gibt es jedoch nicht. Das liegt möglicherweise an dem hohen Durchschnittsalter der Vatikanischen Staatsbürger.

Nur eine handvoll Länder weltweit haben bisher eine Impfpflicht gegen Covid-19 eingeführt.

In den autoritär geführten zentralasiatischen Republiken TADSCHIKISTAN und TURKMENISTAN wurden anfang Juli alle Bürger über 18 Jahren zur Impfung verpflichtet. Turkmenistan meldete ebenso wie das kommunistische Nordkorea zwar bisher keinen einzigen Corona-Fall an die Weltgesundheitsbehörde (WHO), doch sprechen die in den vergangenen Monaten ergriffenen Maßnahmen, wie eben die verordnete Impfplicht, eine andere Sprache.

In Mikronesien gilt Impfpflicht.

Erst Anfang Juli 2021 wurde im kleinen südpazifischen Inselstaat MIKRONESIEN eine allgemeine Impfpflicht verordnet. Im September wurde auf der zu Frankreich gehörenden südpazifischen Inselgruppe NEUKALEDONIEN ebenfalls eine Impfpflicht verhängt. Im südpazifischen INDONESIEN werden Menschen, die das Angebot einer Covid-Impfung verweigern, mit Strafen von bis zu 300 Euro belegt.

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In Österreich gibt es keine generellen Impfpflichen – nur Empfehlungen

In Österreich gibt es keine generellen Impfpflichten, jedoch werden besonders für Kindern zwischen 0 und 5 Jahren Impf–Empfehlungen wie die Schutzimpfung gegen Masern ausgegeben. Diesen Empfehlungen folgen rund 80 Prozent der Österreicher. Für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte oder Schulpersonal gibt es jedoch sehr wohl obligatorische Impfungen, die unbedingt erforderlich sind. Dazu gehören neben der Covid-19-Schutzimpfung unter anderem auch jene gegen Polio, Influenza oder Pneumokkoken.

Hohe Strafen nicht nur für Ungeimpfte

Die bisher bekanntgewordenen Strafen bei Impf-Verweigerung haben sich gewaschen. Wer ab 1. Februar umgeimpft ist und sich dabei “erwischen lässt”, muss mit Verwaltungsstrafen im vierstelligen Bereich rechnen. So zahlt ein gänzlich Ungeimpfter 3600 € bei Erststich-Verweigerung. Kann er diese Summe nicht zahlen, muss ein Ersatzarrest im Gefängnis abgesessen werden. Doch auch für bereits doppelt geimpfte drängt die Zeit: Wer sich ab 1. Februar nicht (sofern der Zweitsicht schon länger als 6 Monate zurückliegt) den Drittstich abgeholt hat, muss mit einer Verwaltungsstrafe von 1450 € rechnen.