Für Teil 2 des ganzen Ibiza-Videos – Oben auf den Pfeil drücken

Lockvogel verärgert: "Kompletter Scheißdreck."

“Das ist kompletter Blödsinn und kompletter Scheißdreck”, wettert die feine “Oligarchin” bei einer Stunde und 13 Minuten im Ibiza-Video plötzlich los: Der extrem dünnen Blondine fehlen offenbar die tatsächlich korrupten Inhalte im Gespräch mit Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus – die Falle scheint nicht zu funktionieren. Sie sagt auf Russisch, was Johann Gudenus sehr wohl versteht: “Das funktioniert dank Idealismus nicht. Ich frage jetzt. Ähm, er kann keine konkrete Antworten geben.” Und bei 1:20 wird der Lockvogel noch deutlicher: “Ich weiß nicht, wir sprechen gerade über irgendwelche Scheiße. Wer hat welche Idee. Das ist komplette Scheiße. Ich habe ein Angebot an euch. Könnt ihr mir garantieren, ihr Wort geben, dass ihr das macht. Wen wir einfach jaja,ja, bla, bla, bla sprechen, dann brauche ich das nicht.”

Hier hört man die "Oligarchin" schimpfen

Und mit einer weiteren Text-Passage, die “Süddeutsche”, “Der Spiegel” und der “Falter” bei der Veröffentlichung am 17. Mai 2019 weggelassen haben, hebt der Ex-Vizekanzler nicht die Stimmung der “Oligarchin”. Auch dieser Video-Teil liefert ein anderes Gesamtbild der Ibiza-Aufnahmen – bei Minute 1:47.52 sagt Strache wörtlich: “Uns wird bei allem ja ein Strick gedreht. Ich habe eines gelernt: Ich mache nichts, was rechtswidrig ist. Alles, was in meinem Leben läuft, ist korrekt.” Sowie: “Alles rechtskonform, alles überprüfbar. Auf einer Rechtsbasis, die unangreifbar ist. Was wir alle wissen: Dass wir 24 Stunden beobachtet werden. Dass wir völlig im Visier des Staatsschutzes sind, dass man uns wegen jeder Kleinigkeit vernichten will. Bei mir gibt’s nichts angreifbares, die können mich durchleuchten wie sie wollen. Sie finden nichts, weil ich mir nichts zu schulden kommen lasse. Der größte Fehler wäre, einmal anders zu handeln.” Und die Passage endet bei Minute 1:50: “Die anderen machen’s. Aber für uns: no way.”

Strache will nicht auf den Deal einsteigen

Strache fällt die Falle fast auf, Thema wird gewechselt

Spannend wird die Situation im Wohnzimmer der Ibiza-Finca wieder, als Heinz-Christian Strache nach zwei Stunden und 36 Minuten mit Tajana Gudenus und Johann Gudenus über die falsche Russin flüstert, als diese den Raum verlassen hat: “Bist du deppat, de is schoaf. Nur, was mir auffällt: Wahnsinnig dreckige Fußnägel. Und passt nicht zum Gesamtbild. Da bin ich vorsichtig. Es passt nicht!” Darauf meint Johann Gudenus: “Aber wenn das Ganze nicht stimmt . . .” Strache: “Eine Mörder . . .Mörder . . .Fake-Falle.” Worauf Tajana Gudenus meint: “Vielleicht war sie noch am Strand.” Und ihre Ehemann erzählt gleich nochmals, wie sie sich über den angeblichen Grundstücks-Kauf kennengelernt haben.

"Die hinterhältigste Lüge ist die Auslassung"

Die aktuelle Veröffentlichung des ganzen Ibiza-Videos durch den eXXpress zeigt eines: Die Hoffnungen der Video-Produzenten wurden 2017 eigentlich enttäuscht – das sagt der Ibiza-Detektiv auch in einem weiteren, heimlich in Wien aufgenommenen Video von August des selben Jahres, das der Redaktion ebenfalls vorliegt. Julian Thaler (sein Alias-Name) zog da bei Johann Gudenus klar Bilanz über das Gespräch in der Finca: “Eh. Das ist schon klar. Als Problem dargestellt, aber ich hab’s dann auch. Ich hab’s vorher auch nicht ganz kapiert habt. Weil der HC halt sehr resistent war, er ist die Nummer 1. Er entscheidet allein.”

“Die hinterhältigste Lüge ist die Auslassung”, stellte die französische Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir fest. Mit den beiden hier vom eXXpress veröffentlichten Tonspuren des Ibiza-Videos kann sich jeder User nun selbst sein Bild machen. Die tonlosen Passagen wurden durch den Schutz des Persönlichkeitsrechts erwähnter Politiker, Journalisten oder Anwälte notwendig.