100.000 Euro für linkes Magazin: ÖH sorgt mit „Queerformat“ für Aufregung
Die durch Zwangsbeiträge und Steuergelder finanzierte ÖH der Uni Wien regt mit einem „Queer“-Magazin auf. Hauptfeind der aktuellen Ausgabe: Die traditionelle Familie und die Heterosexualität. Für das Magazin budgetierte die ÖH im aktuellen Jahresvoranschlag 100.000 Euro. Kritik kommt von der Opposition.
„Wir passen nicht in Schubladen – wir sprengen den ganzen Schrank! In dieser Ausgabe geben wir uns nicht mit dem Platz zufrieden, der uns zugewiesen wird. Wir nehmen uns den Raum, den wir brauchen. Denn es geht um Queerness – in all ihren Facetten“, heißt es im Vorwort der aktuellen Ausgabe des Magazins „Zeitgenossin“, einem Druckwerk der ÖH der Universität Wien. „Wir hinterfragen eine Norm, die sich nur allzu gern als ,Natur‘ verkleidet: die Heterosexualität“, steht dort weiter.
In dem 64-seitigen Magazin, das den Studenten der Uni Wien als ÖH-Zwangsmitglieder ungefragt per Post zugestellt wurde, kommen dann – neben zahlreichen Bildern von Halbnackten – als Autoren Personen vor, die sich wahlweise als „queere“ Menschen, sogenannte „FLINTA*“- oder LGBTIQ-Personen bezeichnen. Die „zweigeschlechtliche Kategorisierung“ von Mann und Frau wird abgelehnt, es handle sich bei Männern um „vom Patriachat privilegierte Personen“, bei Frauen hingegen um „vom Patriachat unterdrückte Personen“, heißt es in einem Beitrag. Untertitel des Beitrags: „Warum wir Queerness radikal und hoffnungsvoll denken müssen.“
Verworrene Sprache
Fehlen darf bei der sozialistisch geführten ÖH der Uni Wien natürlich auch nicht die übliche Kapitalismus-Kritik: Selbst die „westlichen Sozialstaaten“ – also auch Wohlfahrtsstaaten wie der österreichische – führten zu „prekären Verhältnissen“, Schuld gibt man natürlich dem Kapitalismus und der Marktwirtschaft. Besonders absurd wird das Heft – das freilich durchgängig gegendert ist (einmal mit Unterstrich, dann wieder mit Gender-Sternchen) – ab Seite 54.
Dort werden nämlich die teils skurrilen Bezeichnungen und Abkürzungen der „Queersprache“ erklärt. So lernt man bei der Lektüre des „Glossars“, das mehr eine Vokabelliste für eine sensible Minderheit zu sein scheint, etwa was die Begriffe „androgyn“, „Dyke“, „Faggot“ oder Abkürzungen wie „afab“ („assigned female“) bedeuten sollen. Und das englische Wort „gay“ (zu Deutsch: schwul) bezeichnet dann nicht nur mehr Homosexuelle, das Wort ist laut ÖH „ein Umbrella Term für verschiedene sexuelle und romantische Orientierungen, welche nicht hetero sind.“
2,3 Millionen Euro Zwangsbeiträge
Ideologische Projekte wie dieses, sorgen schon längere Zeit für Kritik, immerhin wird die ÖH mit viel öffentlichem Geld finanziert. Laut dem aktuellen Jahresvoranschlag der Hochschülerschaft Wien für das Studienjahr 2025/26 erhielt allein die ÖH der Uni Wien rund 2,3 Millionen an Zwangsbeiträgen von den Studenten, zusätzlich 66.000 Euro an gesetzlich verankerten Subventionen für Verwaltungs- und Beratungsaufwand über das Unibudget. Mit dem Geld setzt die ÖH der Uni Wien allerhand ideologische Projekte um: So gehen neben den 100.000 Euro für das Magazin „Zeitgenossin“ etwa weitere 31.825 Euro für ein „feministisches Referat“ drauf, das eigens eingerichtete „Queer-Referat“ schlägt mit knapp 8.000 Euro zu Buche, für den Vorsitz sind 20.000 Euro budgetiert. Interessant ist auch das aufgelistete – teuer anmutende – „E-Mail-System“, das 10.000 Euro kosten soll.
Übrigens: Auch vergangene Ausgaben der „Zeitgenossin“ hatten oft herzlich wenig mit den Kerninteressen der Studenten zu tun. So beschäftigte sich die Ausgabe von Juni 2025 mit dem Kapitalismus und war eine „FLNITA*“-Spezialausgabe, die Ausgabe vom Dezember 2024 suchte „Wege aus dem Faschismus“ – samt Brandmauer- und Rechtsextremismus-Debatte. Nach § 4 des Hochschülerschaftsgesetzes hat die ÖH für die „Vertretung der allgemeinen und studienbezogenen Interessen ihrer Mitglieder“ zu sorgen. Dass eine ideologisch gefärbte Debatte über gesellschaftspolitische Themen den studienbezogenen Interessen österreichischer Studenten dient, darf wohl bezweifelt werden.
„Faschingsnummer“
Auch die Opposition innerhalb der ÖH findet immer wieder kritische Worte zur Mittelverwendung der Pflichtbeiträge durch die linke ÖH-Führung – auf der Ebene der Bundesvertretung (dort ist der Umgang mit den Geldern ähnlich freigiebig, der exxpress berichtete) – wie auch auf Universitätsebene. So übte die bürgerliche Aktionsgemeinschaft (AG) immer wieder Kritik an dieser Praxis. Moriz Jeitler, selber Student an der Universität Wien und Mandatar für die AG in der Bundesvertretung, nimmt gegenüber dem exxpress Stellung zum aktuellen Anlassfall rundum das linke Magazin der Uni-Wien-ÖH. Er spricht von „Misswirtschaft“ und einer „Faschingsnummer“.
„Man wirft Pflichtbeiträge in ein identitätspolitisches Magazin wie Konfetti in die Luft und hofft, dass das sich irgendwie in ‚Unterstützung‘ verwandelt“, so Jeitler gegenüber dem exxpress. Er erinnert daran, dass man das viele Geld besser im Sinne der Studenten verwenden müsste: „Mit dem gleichen Geld könnte man Studenten mit Kindern entlasten oder psychosoziale Angebote stärken. Stattdessen poliert man ein ideologisches Schaufenster, das aussieht wie ein Kostüm, das niemand bestellt hat“, kommentiert der AG-Mandatar. Und fügt hinzu: „Prioritäten setzen ist kein Maskenball. Auch wenn das manche offenbar verwechseln.“
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