FPÖ-Sicherheitssprecher Christian Lausch geht mit dem Wiener Urteil hart ins Gericht. „Dieses Urteil ist ein Wahnsinn“, sagt er gegenüber dem exxpress. Bei einem derart schweren Missbrauch eines sechsjährigen Kindes seien viereinhalb Jahre Haft „völlig unverständlich“. Das sei weder für die Allgemeinheit abschreckend noch dem Täter gegenüber eine angemessene Strafe, unterstreicht der FPÖ-Mandatar, der überdies seit fast 40 Jahren als Justizwachebeamter arbeitet.

Der 52-jährige Syrer soll seine sechsjährige Nachbarstochter mit einer Süßigkeit in seine Wohnung gelockt und dort missbraucht haben. Bei der Hausdurchsuchung fanden Ermittler laut Berichten zudem tausende Bilder und Videos mit Kindesmissbrauchsmaterial. Das Urteil ist rechtskräftig.

Lesen Sie auch

Mehr Haft Fuer Betrug Als Fuer Kindesvergewaltigung Urteil Empoert

„Das Leben des Kindes ist zerstört“

Ein sechsjähriges Kind bekomme eine solche Tat voll mit. „Das vergisst es nie wieder. Dieses Mädchen ist für mich ein Leben lang traumatisiert. Man hat ihr Leben zerstört. Selbst mit vielen Therapien wird man so etwas oft nicht mehr gutmachen können. Deshalb ist für mich klar: Wer so etwas tut, zerstört ein Menschenleben.“

„Zehn Jahre dürfen nicht das Maximum sein“

Der Strafrahmen sei falsch: „Zehn Jahre dürfen bei solchen Taten nicht wie jetzt die Höchststrafe sein, sondern müssten die Mindeststrafe sein. Ich halte einen Strafrahmen von 10 bis 20 Jahren für notwendig, in besonders schweren Fällen auch lebenslang – so wie beim Mord.“ Auch wenn das Kind körperlich nicht getötet wurde, sei es seelisch zerstört. „Das ganze restliche Leben bleibt von dieser Tat überschattet.“

Solche Urteile zeigten, dass die Gesetze nicht ausreichen. „Der Gesetzgeber muss die Mindeststrafen deutlich anheben, damit es solche Entscheidungen in Zukunft nicht mehr geben kann.“ Unter zehn Jahren dürfe es bei so einer Tat eigentlich gar nicht mehr gehen.

Lesen Sie auch

Skandal Urteil Erschuettert 45 Jahre Haft Fuer Vergewaltigung Einer 6 Jaehrigen

„Opfer leidet jahrzehntelang –Täter längst wieder frei“

Beim schweren sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung an Unmündigen gehe es um Kinder unter 14 Jahren. „Da muss der Gesetzgeber endlich durchgreifen. Solche Taten gehören massiv härter bestraft.“ Solche Urteile dürfe es nicht mehr geben. „Wenn der mit guter Führung womöglich schon nach zweieinhalb Jahren wieder draußen ist, während das Opfer lebenslang leidet, dann stimmt da etwas Grundsätzliches nicht.“

Lausch sieht hier ein zentrales Problem: „Das Kind leidet Jahrzehnte lang weiter, mit Angst, Trauma, womöglich Schlafstörungen und schweren psychischen Folgen. Der Täter ist da unter Umständen schon längst wieder draußen. Das ist eine Ungerechtigkeit und eine Schieflage, die kein normaler Mensch verstehen kann.“ Am Ende werde der Täter fast besser behandelt als das Opfer.

„Der Täter ist längst wieder frei“

Lausch beschreibt die aus seiner Sicht schiefe Lage zwischen Opfer und Täter als besonders unerträglich. Das Kind leide Jahrzehnte lang weiter, mit Angst, Trauma und möglichen psychischen Folgen, während der Täter unter Umständen schon nach wenigen Jahren wieder draußen sei. „Wenn der mit guter Führung womöglich schon nach zweieinhalb Jahren wieder draußen ist, während das Opfer lebenslang leidet, dann stimmt da etwas Grundsätzliches nicht. Das ist eine Ungerechtigkeit und eine Schieflage, die kein normaler Mensch verstehen kann“, sagt er.

Für den FPÖ-Sicherheitssprecher ist das auch ein politisches Versagen. „Die Politik hat zu lange weggeschaut“, sagt Lausch. Jetzt sei es „fünf nach zwölf“. Wer Kinder schütze, müsse härter durchgreifen, statt bei solchen Taten auf milde Urteile zu setzen.

Lesen Sie auch

Ich Schaeme Mich Fuer Unser Rechtssystem Oesterreich Wuetet Ueber Skandal Urteil

„Mit muslimischer Zuwanderung hat Problem massiv zugenommen“

Solche Delikte hätten zugenommen. „Nach meiner Ansicht hängt das mit der massiven Zuwanderung aus muslimisch geprägten Ländern seit 2015 zusammen. Das sieht man nicht nur in Wien, sondern auch anderswo in Österreich.“

Die meist ausländischen Täter könnten mit der Freizügigkeit von Frauen und Mädchen nicht umgehen. „Wenn junge Mädchen im Sommer frei unterwegs sind, ohne Kopftuch, im Bikini, im Badeanzug oder im Minirock, dann stoßen da offenbar Weltbilder aufeinander. Für uns ist das normal, für manche aus diesen Herkunftsmilieus offenbar nicht. Genau daraus entsteht ein massives Sicherheitsproblem.“

„Religiös-kulturelle Hintergrund darf nicht tabu sein“

Man dürfe den muslimischen Hintergrund nicht ausblenden. „Ich bin der Meinung, dass es da kulturelle und religiöse Prägungen gibt, die mit unserer Gesellschaft nicht vereinbar sind. Wenn man diese Realität nicht anspricht, wird man das Problem auch nicht lösen.“ Es helfe nichts, immer nur über Einzelfälle zu reden, wenn dahinter ein größeres Muster steckt.

Überdies sei die Dunkelziffer viel höher. „Man darf nie vergessen: Hinter jedem angezeigten Fall stehen oft noch weitere, die nie bekannt werden. Wenn zehn Fälle aktenkundig sind, dann gibt es in Wahrheit womöglich zwei- oder dreimal so viele.“ Gerade junge Opfer erzählten das oft weder den Eltern noch der Polizei. Deshalb sei das wahre Ausmaß wahrscheinlich viel größer, als die Statistik zeigt.

„Die Politik hat zu lange weggeschaut“

Früher habe man sich gegen drastische Gesetzesverschärfungen gestellt, weil solche Fälle selten waren. „Aber diese Argumentation zieht heute nicht mehr. Jetzt ist es fünf nach zwölf. Der Gesetzgeber muss endlich reagieren und die Gesetze an die Realität anpassen.“

Wenn die Täter – wie im konkreten Fall – Ausländer sind, müsse nach der Haft auch die schnellstmögliche Außerlandesbringung folgen. „Gleichzeitig muss man verhindern, dass weiterhin Menschen ins Land kommen, die mit unserer Gesellschaft und mit der Freiheit von Frauen und Mädchen nicht umgehen können.“

Für den FPÖ-Politiker steht fest: „Es kann nicht sein, dass Menschen hier Schutz suchen und dann Kinder missbrauchen. Der Staat ist gefordert, unsere Kinder besser zu schützen, Täter viel härter zu bestrafen und dafür zu sorgen, dass sich die Bevölkerung im eigenen Land wieder sicher fühlen kann.“