Millionen Euro Steuergeld für Orgasmus-Tipps und Vaginalpilz-Hilfe
Der vom Österreichischen Filminstitut geförderte Film „Mädchen Mädchen“ sorgt für politische Aufregung. Einmal mehr zeigt eine parlamentarische Anfragebeantwortung wofür öffentliche Gelder tatsächlich ausgegeben werden.
Wenn es um Filmförderung geht, geht es meist um Kultur, Identität und Standortpolitik. Doch beim Film „Mädchen Mädchen“ rücken plötzlich ganz andere Begriffe in den Mittelpunkt: Orgasmus, Vaginalpilz – und die Frage, wer sich mit dieser Art von staatlich finanzierte Kultur identifizieren kann.
2,5 Millionen Euro für ein „kulturelles“ Sommerabenteuer
Der Film „Mädchen Mädchen“ erzählt die Geschichte von drei jungen Frauen, deren gemeinsames Ziel es ist, endlich ihren ersten Orgasmus zu erleben. Während eine der Protagonistinnen vergeblich auf den sexuellen Höhepunkt wartet, „holt sie sich anstelle eines Orgasmus erstmal einen Vaginalpilz“, wie es in der offiziellen Filmbeschreibung heißt.
Genau diese Formulierung taucht nun schwarz auf weiß in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Kulturminister und Vizekanzler Babler auf. Der freiheitliche Abgeordnete Christoph Steiner wollte vom zuständigen Minister wissen, wie ein solcher Inhalt mit dem gesetzlichen Förderauftrag des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) vereinbar sei. Laut Anfrage erhielt der Film 2,5 Millionen Euro Herstellungsförderung, was 35 Prozent der gesamten Produktionskosten entspricht.
Außerdem waren für das Jahr 2025 im Bundesvoranschlag 21 Millionen Euro für ÖFI Classic sowie 37,5 Millionen Euro für die Standortförderung ÖFI+ vorgesehen. Zusätzlich kann das Institut auf eine Rücklagenentnahme von bis zu 6,8 Millionen Euro zugreifen. Für das Jahr 2026 sind weitere 36,5 Millionen Euro für das ÖFI budgetiert. In Summe bewegt sich die staatliche Filmförderung damit jährlich deutlich im zweistelligen Millionenbereich.
Was fördert das Österreichische Filminstitut eigentlich?
Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) ist laut Filmförderungsgesetz verpflichtet, ausschließlich Filme mit „kulturellem Inhalt“ zu fördern. Was darunter zu verstehen ist, bleibt jedoch auffallend unkonkret. In der parlamentarischen Anfrage wird daher ausdrücklich hinterfragt, ob ein Film, der sexuelle Selbstfindung, Freundschaftskrisen und intime Missgeschicke in den Mittelpunkt stellt, tatsächlich jenem Kulturauftrag entspricht, den das Gesetz vorsieht.
Die Antwort des zuständigen Ministeriums bleibt dabei bewusst nüchtern und formal. Der Film „Mädchen Mädchen“ sei im Rahmen der automatischen Standortförderung ÖFI+ unterstützt worden, eine inhaltliche Bewertung durch die Bundesregierung sei nicht vorgesehen. Entscheidend sei allein das Bestehen eines sogenannten kulturellen Eigenschaftstests, den der Film mit 66 von mindestens 51 erforderlichen Punkten erfüllt habe.
EU als Ausrede bei Gender- und Kulturfragen
Auffällig ist das wiederkehrende Muster, mit dem sich das Ministerium aus der inhaltlichen Verantwortung zieht. Auf die Frage, was das Ressort unter „allen Geschlechtern“ versteht, wird nicht auf nationale Grundlagen verwiesen, sondern auf die Grundwerte der EU und des Europarats, die im Sinne des Gender Mainstreamings verfolgt werden. Eine eigenständige österreichische Positionierung bleibt aus. Dieses Ausweichen ist kein Einzelfall: Wie exxpress mehrfach berichtet hat, wird bei Gender- und LGBTIQ-Themen oder auch Migrationsfragen regelmäßig auf europäische Vorgaben verwiesen – selbst dort, wo nationale Spielräume bestehen würden. Politische Entscheidungen werden so abgeschoben, Verantwortung europäisiert und Kritik mit dem Hinweis auf „EU-Recht/Grundwerte“ abgewehrt.
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