In exxpress live wurde am Montag intensiv über das politische Umfragebeben in Graz diskutiert. Mit dabei: exxpress-Herausgeberin Eva Schütz und Kommunikationsberater Christoph Pöchinger. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum die KPÖ in Graz so stark ist – und welche politischen Konsequenzen daraus entstehen könnten.

„Ein Symptom für den Vertrauensverlust“

Christoph Pöchinger sieht den Aufstieg der KPÖ vor allem als Ausdruck eines politischen Vakuums. Besonders links der Mitte fehle vielen Wählern eine glaubwürdige politische Alternative. Seiner Einschätzung nach profitiere die kommunistische Partei vor allem von der Schwäche der SPÖ. Viele klassische linke Wähler würden sich von der Sozialdemokratie nicht mehr vertreten fühlen und suchten deshalb nach einer neuen politischen Heimat.

Gleichzeitig warnte Pöchinger davor, den Erfolg der KPÖ nur als lokale Besonderheit abzutun. Wenn etablierte Parteien Vertrauen verlieren, entstehe immer Raum für neue politische Kräfte – auch für radikalere Positionen.

C. Pöchinger und E. Schütz in exxpfress live am 16.3.2026.exxpress/

Kritik am politischen Modell der KPÖ

Deutlich kritischer fiel die Einschätzung zur politischen Ausrichtung der Partei aus. Für Pöchinger steht fest, dass sozialistische Systeme historisch immer nach einem ähnlichen Muster verlaufen „Der Sozialismus baut letztlich darauf auf, dass alle Menschen gleich arm werden – während sich eine politische Elite gut bedient“, sagte er in der Diskussion.

Eva Schütz verwies hingegen darauf, dass der Erfolg der KPÖ stark mit der Glaubwürdigkeit ihrer lokalen Politik zusammenhänge. Gerade in Städten könnten persönliche Faktoren und konkrete Projekte eine größere Rolle spielen als ideologische Grundsatzfragen.

Trotzdem bleibt für viele Beobachter die zentrale Frage: Handelt es sich beim Grazer Ergebnis um ein einmaliges Phänomen – oder um ein Signal für eine breitere politische Verschiebung?

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