Schock im Regal: Nur 4 von fast 300 Proteinriegeln wirklich nachhaltig
Die Nachfrage nach Proteinriegeln explodiert – doch Nachhaltigkeit bleibt die Ausnahme. Ein Greenpeace-Marktcheck zeigt: In Österreich erfüllen nur vier Produkte strenge Umwelt- und Fairness-Kriterien. Der Großteil der Produkte setzt hingegen auf tierisches Eiweiß, Palmöl und intransparenten Kakao.
Proteinriegel versprechen Fitness – doch laut Greenpeace fehlt es den meisten an Nachhaltigkeit und Fairness.GETTYIMAGES/SimpleImages
Sie versprechen Fitness, Energie und ein gutes Gewissen, doch genau daran scheitert es oft. Proteinriegel liegen in österreichischen Supermärkten und Drogerien stapelweise in den Regalen. Wer jedoch auf Bio-Qualität, pflanzliche Zutaten und faire Produktion achtet, findet laut Greenpeace kaum Auswahl. Der aktuelle Marktcheck der Umweltorganisation fällt ernüchternd aus und stellt dem boomenden Snack-Segment ein schlechtes Zeugnis aus, berichtete MeinBezirk.
Nur vier Riegel bestehen den Nachhaltigkeits-Check
Für den Greenpeace-Marktcheck wurden 293 Proteinriegel aus österreichischen Supermärkten und Drogerien untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Nur vier Produkte erfüllen alle zentralen Kriterien. Sie sind rein pflanzlich, stammen aus biologischer Herstellung und enthalten fair gehandelten Kakao.
Die wenigen positiven Ausnahmen kommen von den Marken „Naturally Pam” und „Nussy”. Sie sind unter anderem bei Bipa, Spar und Interspar erhältlich. Rein pflanzliche Bio-Proteinriegel mit sozial zertifizierten Zutaten sind im Handel somit nach wie vor eine Seltenheit.
Tierisches Eiweiß dominiert das Regal
Der Markt wird nach wie vor eindeutig von tierischen Inhaltsstoffen dominiert. Laut Greenpeace enthalten über 80 Prozent der untersuchten Proteinriegel tierische Eiweißquellen, die oft stark verarbeitet sind und deren Herkunft unklar ist. Nur bei rund 15 Prozent der Produkte wird die Herkunft des tierischen Proteins konkret angegeben.
Entsprechend schlecht fällt auch das Gesamtergebnis aus: Die beste Bewertung im gesamten Marktcheck ist ein „befriedigend”. Dieses Urteil erhielten Spar und Bipa.
Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks, hält fest: „Proteine sind im Trend. Bei Eiweiß nur an Fleisch, Milch und Eier zu denken, ist überholt. Pflanzliche Proteine wie Hülsenfrüchte, Soja und Nüsse sind nicht nur Top-Eiweißlieferanten, sie sind auch gesund und gut für die Umwelt.“
Palmöl und unfairer Kakao als Problemfaktoren
Greenpeace übt zusätzliche Kritik am hohen Palmölanteil: Rund die Hälfte der getesteten Proteinriegel enthält Palmöl. Dessen Anbau steht häufig im Zusammenhang mit der Zerstörung von Regenwäldern. Auch beim Kakao zeigt sich ein deutliches Defizit. Fast alle Riegel enthalten Kakao, doch nur etwa ein Prozent davon stammt aus fairen Produktionsverhältnissen.
Schachl zieht ein klares Fazit: „Für einen gesunden und umweltbewussten Protein-Snack zwischendurch gibt es einiges zu beachten: Rein pflanzliche Proteinriegel in Bio-Qualität mit Fairtrade-Zeichen sind die beste Wahl.“
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