Insgesamt wurden heuer in den ersten elf Monaten 56.178 Asylanträge gestellt, das ist ein Rückgang um 47 Prozent. Auffällig ist eine noch immer hohe Anzahl an Personen, die sich “dem Verfahren entzogen” haben – also im Regelfall Flüchtlinge, die eigentlich bei ihrem Aufgriff andere Zielländer hatten und später in diese weiterreisten. Bis November waren das gut 28.700 Personen, was mehr als die Hälfte der Anträge ausmacht.

In insgesamt 15.215 Fällen wurde bis Ende November Asyl gewährt. Die mit Abstand stärkste Flüchtlingsgruppe sind Syrer mit heuer knapp 20.000 Ansuchen.

4463 Abschiebungen

Bis Ende November wurden insgesamt 11.551 Abschiebungen durchgeführt. Davon erfolgten 6088 angeordnete Ausreisen selbstständig, 4463 Personen wurden zwangsweise abgeschoben, wobei ein großer Teil jener Personen, die das Land verlassen müssen, EU-Bürger sind. Bis inklusive November wurden 1867 Altersfeststellungen bei Asylantragstellern durchgeführt. Diese ergaben laut Innenministerium, dass dabei 57,8 Prozent falsche Angaben gemacht hatten und bereits volljährig sind.

Die Aufgriffe im Burgenland sind seit Ende Oktober stark zurückgegangen. So wurden im gesamten November nur 84 Personen im Burgenland aufgegriffen. Dieser Trend hat sich bisher laut Innenministerium auch im Dezember fortgesetzt. Rigorose Maßnahmen an der serbisch-bulgarischen bzw. an der ungarisch-serbischen Grenze seien dafür ebenso ausschlaggebend, wie auch eine Routenverlagerung in Richtung Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowenien und weiter in Richtung Italien.

Die Asylbremse wirkt: ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker

Konsequente Grenzkontrollen als Schlüssel zum Erfolg

Dass Österreich entgegen dem europäischen Trend einen Rückgang bei den Asylverfahren aufweist, führt man im Innenressort unter anderem auf konsequente Grenzpunkt- und Grenzraumkontrollen in Österreich zurück. Dazu komme die Schleppereibekämpfung bereits auf den Routen im Ausland, auch unterstützt durch österreichische Polizisten.

„Wir sehen heute eindeutig, dass die Asylbremse kein leeres Wort ist, sondern ein wirksames Bündel an Maßnahmen. Konsequente Grenzkontrollen, Bekämpfung der Schleppermafia und schnellere Asylverfahren in Österreich haben sich als genau die richtigen Maßnahmen erwiesen, ebenso wie verstärkte Kooperationen mit den Herkunftsländern“, so ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker.