Geschlecht ist ein Politikum. Mittlerweile zweifeln sogar staatliche Institutionen die biologische Zweigeschlechtlichkeit an und/oder beziehen sich stattdessen auf das soziale Geschlecht (Gender). Der ehemalige Grüne Gesundheitsminister Johannes Rauch etwa brach im „Gender-Gesundheitsbericht 2024“ seines Ministeriums eine Lanze für die sogenannte „Transgeschlechtlichkeit“. In dem Begriff sind Personen, die sich beispielsweise als queer, divers, agender oder genderfluid bezeichnen, miteinbeschlossen. Der Bericht stellt allgemein das biologische Geschlecht und die Zweigeschlechtlichkeit infrage.

Zwei Wiener ÖVP-Gemeinderäte vertreten eine andere Sicht. Für Caroline Hungerländer und Manfred Juraczka sind männlich und weiblich, die beiden biologischen Geschlechter, „eine grundlegende biologische und gesellschaftliche Realität, die nicht zur Formsache werden darf“.

Nur ÖVP und FPÖ stimmten für den Antrag

Weil es ihnen ein Anliegen ist, dass es beispielsweise weiterhin geschlechtergetrennte Einrichtungen wie Toiletten, Gefängnisse oder Sportbewerbe gibt, damit insbesondere die Intimsphäre und persönliche Sicherheit von Frauen und Kinder bestehen bleibt, haben die beiden Gemeinderäte einen entsprechenden Antrag die Woche im Wiener Rathaus eingebracht. Sie fordern, dass sich der Gemeinderat zu den beiden biologischen Geschlechtern bekennt. Darüber hinaus soll sich das Stadtparlament gegen die Durchführung von Beratungen durch Organisationen aussprechen, die Jugendliche leichtfertig zu einem „Trans-Outing“ als vermeintlich einfache Lösung für Probleme mit ihrem Körper ermutigen.

Der Antrag von Hungerländer und Juraczka ist nicht durch gegangen. Lediglich ÖVP und FPÖ, die gemeinsam 30 Sitze haben, hatten für den Antrag gestimmt. SPÖ, Neos und Grüne (zusammen 70 Plätze) lehnten ab.

Emotionalisierte Debatten im Vorfeld

„SPÖ, Neos und Grüne sind offensichtlich der Meinung, dass es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt. Das ist erschreckend. Wir fordern, dass dieser Jugendtrend Trans eingedämmt wird, anstatt ihn mit Steuergeld zu befeuern“, sagt Caroline Hungerländer gegenüber dem exxpress. Eine Auflistung der Gemeinderätin hat ergeben, dass zwischen 2020 und 2024 rund 15 Millionen Steuergelder für verschiedenste LGBTIQ-Förderungen von der Stadt Wien ausgeschüttet wurden.

Wiener ÖVP-Gemeinderätin Caroline HungerländerCaroline Hungerländer

„Es ist ein alter Trick der Linken, Begriffe wie ‘Geschlecht’ zu destabilisieren und mit neuen Inhalten zu füllen. Das ist ein unredlicher Vorgang. Nichts darf mehr als normal gelten, das traditionelle Familienbild soll zerstört werden, es darf keine Werte mehr geben“, kommentiert Manfred Juraczka das Ergebnis der Abstimmung gegenüber diesem Onlinemedium.

Der Wiener ÖVP-Gemeinderat Manfred Juraczka.APA/ROLAND SCHLAGER

Bereits im Vorfeld seien im Stadtparlament emotionalisierte Debatten über das Thema geführt worden, sagt der Dritte Präsident des Wiener Landtags. SPÖ und Grüne seien über den Antrag empört gewesen. „Uns wurde Wissenschaftsfeindlichkeit vorgeworfen“, meinte Hungerländer.

Nehammer im Visier wegen Äußerung zu zwei Geschlechter

Die Aussage „Es gibt nur zwei Geschlechter“ kann heute Shitstorms, Cancelung oder mediale Empörung hervorrufen. Vor über einem Jahr traf es den ehemaligen Bundeskanzlers Karl Nehammer (ÖVP). In einem Interview mit der Gratiszeitung heute sagte er: „Es gibt biologisch gesehen nur zwei Geschlechter – nämlich Mann und Frau“.

Daraufhin unterzog das Wochenmagazin profil diese Aussage einem Faktencheck und kam zu dem Ergebnis: „Diese Aussage ist falsch“. Zwar sei es „die Regel“, dass biologische Frauen zwei X-Chromosomen, biologische Männer ein X- und ein Y-Chromosom im Zellkern haben, es gebe aber „sehr viele Ausnahmen“, sagte eine profil-Redakteurin gegenüber ORF III. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk räumte dem profil-Faktencheck fast fünf Minuten ein.

Dieser Faktencheck wurde im Anschluss selbst einem Faktencheck unterzogen. Die Autoren, der an der Universität Wien lehrende Biologe und evolutionäre Anthropologe Martin Fieder und die Fachärztin für Psychiatrie Bettina Reiter, schreiben unter anderem: „Intersexualität ist ein schon lange verlassener (und auch diskriminierender) Begriff, die korrekte Bezeichnung ist „Varianten der Geschlechtsentwicklung“ (VdG). Es handelt sich um Männer und Frauen, deren Geschlechtsmerkmale aufgrund sehr seltener genetischer Aberrationen mal mehr männlich oder mal mehr weiblich erscheinen und mehr oder weniger Symptome mit sich bringen“.

Sie kommen zu dem Schluss: „Wir finden es bedenklich, dass man das Profil auf Zuruf dazu bringen kann, die eigene moralisch-politische Agenda mit einem Propagandastück journalistisch durchzusetzen“.

Der Wind dreht sich wieder Richtung Anerkennung der zwei Geschlechter

Die Biologie-Doktorandin Marie-Luise Vollbrecht sollte an der Berliner Humboldt-Universität in der „Nacht der Wissenschaften“ 2022 einen Vortrag zur Zweigeschlechtlichkeit halten. Da es im Vorfeld zu Protesten dagegen kam, sagte die Uni den Vortrag ab.

Vermehrt findet jedoch wieder ein Umdenken in der Politik statt. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete im Jänner ein Dekret, in dem es heißt, dass offizielle Dokumente nur mehr zwei Geschlechter anerkennen dürfen. Auch sollen Bundesbehörden nur den Begriff „sex“ (die Bezeichnung für das biologische Geschlecht) und nicht mehr „gender“ (bezeichnet gesellschaftliche/kulturelle Geschlechtsrollen) verwenden.

Dänemarks liberal-konservative Gleichstellungsministerin Marie Bjerre sagte 2024, es gebe nur zwei biologische Geschlechter: Mann und Frau. Auch schrieb sie in einem Gastbeitrag für eine Zeitung: „Eine trans Frau ist ein biologischer Mann”. Ihr gehe die Debatte über Geschlechteridentität zu weit.

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Kommentare

  • jopa sagt:

    Werden in Wi en auch Zw erge, Ge ister und Hex en als real anerkannt?

  • Mika sagt:

    Da drängt sich bei mir die Frage auf, wenn man die dümmsten, korruptesten, fremdbestimmten Kreaturen fangen wollte, über welche Gebäude man wohl ein Netz werfen müsste. Fragen wird man ja noch dürfen.

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  • Die ÖVP blinkt wieder "rechts" sagt:

    hat aber im Nationalrat brav “links” die biologischen Geschlechter mitabgeschafft.

    Unwählbar! Bigott! Heuchlerisch!

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    1
  • volvo05 sagt:

    es gibt nur zwei geschlechter, prof. huber, akh, !!!!!!!!!

    19
  • Zahnfee sagt:

    Vielleicht sind sich die wissenschaftlichen Nichtwissenschaftler im Stadtdiversparlament über das eigene Geschlecht selbst nicht im Klaren?

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  • CLT sagt:

    Schlicht Nonsens!

    16
  • Jasi sagt:

    Linker Schwachsinn!

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    1. nannyogg sagt:

      Gefährlicher Schwachsinn!

      18
  • Liliane Mildner sagt:

    Ich wechsle täglich mehrmals mein Geschlecht, momentan fühle ich mich als Mann, morgen werde ich vermutlich eine Katze oder ein Hund sein, oder auch ein Vogel.

    28
  • Gültig „gegen“ Grün, ÖVP, SPÖ und NEOS wählen und Freundschaft mit Russland! 🤩 ÖXIT und der Weg wird frei für den Weltfrieden. ☮️ sagt:

    Erinnerungen an „dunkle Zeiten“ kommen da auf.

    Im „dunklen Mittelalter“ musste man um sei Leben fürchten, wenn man sich der Wissenschaft verschrieben hatte und die „Wahrheit“ publizierte.

    Wer nicht an die flache Erde, und/oder die Erde sei nicht Mittelpunkt des Universums, GLAUBTE, der brauchte ein schnelles Pferd um vor der wissenschaftsfeindlichen Religion der Herrschenden zu flüchten.

    Nähern wir uns wieder einer Politik an, die die Wahrheit und Realität einem realitätsfremden Glauben unterordnet und jene verfolgt, die die Wahrheit verbreiten wollen.

    Ich kann jedenfalls nur den Kopf schütteln, wenn ich sehe, wie linke Politiker die Realität in Richtung eines Glaubens verzerren und die Realität verleugnen.

    ———

    »»»Achtung««« Hier treibt ein linker Spinner sein Unwesen. Er verbreitet unter fremde Profilnamen seine Linkspropaganda und spammt mit Kommentarkopien die Kommentarfunktion voll.

    Der „Linksfanatiker“ will hier die Kommentarfunktion stören.

    Den Profilnamenfälscher lache ich nur noch aus. 🤣️

    0× „kritischer Fehler“

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    2
  • Jufa Matrix sagt:

    Wien hat viel und wenig. Viele Zuwanderer, viel Kriminelle, viel Geschlechter, viel Lärm aber wenig Geld.

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