Kurz vor der entscheidenden Wahl an der Spitze des ORF sorgt Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) erneut für Aufsehen. Nachdem er bereits im Interview mit dem Standard erklärt hatte, dass „letztendlich auch der Bundeskanzler“ bei der Bestellung des ORF-Generaldirektors mitentscheide, legt er nun nach – und spricht offen über den politischen Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Beim Mediengipfel in Seefeld wurde Mattle von Puls-4-Infochefin Corinna Milborn direkt auf seine umstrittenen Aussagen angesprochen. Die Frage: Warum spreche er als einer der wenigen Politiker offen aus, was viele ohnehin vermuten?

Mattle antwortete mit einem Verweis auf die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann: „Die Wahrheit ist der Menschheit zumutbar. Dazu stehe ich.“

„Natürlich wird mitgestaltet“

Auf die Nachfrage, ob das bedeute, dass die Politik bei der ORF-Spitze letztlich mitentscheide, ließ Mattle keinen Zweifel an seiner Sichtweise aufkommen.

„Natürlich. Ich meine, wir reden schon von einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und öffentlich-rechtlicher Rundfunk wird natürlich auch ein Stück weit von demokratisch legitimierten Persönlichkeiten, von Politikern, auch wenn es wesentliche Entscheidungen gibt, mitgestaltet“, sagte der Tiroler Landeshauptmann.

Damit geht Mattle deutlich weiter als noch zuletzt in der „ZiB 2“, wo er nach Kritik von ORF-Moderator Armin Wolf versucht hatte, seine Aussagen abzuschwächen. Damals betonte er, die Entscheidung liege formal ausschließlich bei den Stiftungsräten, die laut Gesetz unabhängig agieren müssten.

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