“Es ist eine Menge Material”, erklärte Donald Trump vor Journalisten. 80.000 Seiten geheimer Dokumente zum Mord an John F. Kennedy wurden veröffentlicht. Die Unterlagen stammen größtenteils aus dem Archiv der nach dem Attentat gegründeten Warren-Kommission und werden nun der Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht. Trump kündigte zudem an, auch bislang geheime Dokumente zum Attentat auf den Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. freizugeben.

US-Präsident Donald Trump: "Es ist eine Menge Material."APA/AFP/ROBERTO SCHMIDT

CIA-Wissen über Oswald: Neue Details?

Seit Jahrzehnten bewegt die Frage nach einer möglichen Verschwörung die amerikanische Öffentlichkeit. Offizielle Untersuchungen kamen zum Schluss, dass Lee Harvey Oswald als Einzeltäter handelte. Doch nach wie vor zweifeln viele Amerikaner diese Darstellung an. Nun könnten die neuen Dokumente Klarheit darüber bringen, was der US-Geheimdienst CIA über Oswalds Verbindungen wusste.

Lee Harvey Oswald (Bild) besuchte sechs Wochen vor dem Attentat die sowjetische Botschaft in Mexiko-Stadt.APA/AFP/STRINGER

Besonders brisant: Sechs Wochen vor dem Attentat soll Oswald die sowjetische Botschaft in Mexiko-Stadt besucht haben – was wusste die CIA darüber? Historiker hoffen, dass in den Dokumenten endlich die sogenannten “Kronjuwelen” der “Kennedy Files” enthalten sind.

"Eine kleine Intrige innerhalb der CIA"

Ein besonders brisantes Dokument könnte neue Spekulationen befeuern: Ein Memo berichtet, dass CIA-Geheimdienstler Gary Underhill unmittelbar nach dem Attentat Washington fluchtartig verließ. Er vertraute einem Freund an: “Eine kleine Intrige innerhalb der CIA war für das Attentat verantwortlich!” Sechs Monate später wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Offiziell ein Selbstmord – doch bis heute gibt es Zweifel daran.

Eine von einem CIA-Agenten angeführte "Revolutionsgruppe" von Exilkubanern soll mit Oswald (im Bild) in Kontakt gestanden haben.APA/AFP

Brisante Aufnahmen und CIA-Geheimoperationen

Historiker sind besonders gespannt auf die bisher unveröffentlichte Amateur-Videos des Zeugen Orville Nix. Diese sollen laut Familienmitgliedern den berühmten “Grassy Knoll” zeigen – jenen Hügel, von dem aus laut einer populären Verschwörungstheorie ein zweiter Schütze geschossen haben soll.

Ob es einen zweiten Schützen gab, könnten bisher unveröffentlichte Videos zeigen.GETTYIMAGES/Bettmann

Ebenfalls brisant sind die sogenannten Miami-CIA-Akten. Demnach soll Agent George Joannides eine “Revolutionsgruppe” aus Exil-Kubanern geleitet haben, die in den Tagen vor dem Attentat Kontakt zu Oswald hatten. Weitere neue Dokumente werfen ein Licht auf CIA-Operationen in den Wochen vor JFKs Tod. Darunter die Frage: Wie genau beobachtete die CIA Oswald während seines Aufenthalts in Mexiko-Stadt? Gab es Verbindungen zu ausländischen Spionen?

Hatte die CIA ein Motiv?

Noch eine weitere brisante Enthüllung könnte folgen: Eine bisher streng geheime Liste von CIA-Agenten, die während Oswalds Aufenthalt in New Orleans dort stationiert waren, könnte erstmals publik werden. Zudem gibt es Hinweise auf ein brisantes Memo, das Jahre vor dem Attentat verfasst wurde. Demnach hatte Kennedy-Redenschreiber Arthur Schlesinger Jr. einen Entwurf für eine umfassende CIA-Umstrukturierung erstellt. Könnte dies ein Motiv für ein Mordkomplott gewesen sein?

Nur zwei Tage nach dem Attentat wurde Oswald von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby erschossen.APA/AFP/WARREN COMMISSION

Dass Oswald nur zwei Tage nach dem Attentat unter Polizeieskorte von Nachtclub-Besitzer Jack Ruby erschossen wurde, heizte Spekulationen um ein dunkles Komplott weiter an.

Trump gegen die Geheimdienste

Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017–2021) hatte Trump versprochen, die Kennedy-Akten zu veröffentlichen. Damals hielt er jedoch auf Druck von CIA und FBI einen Großteil der Dokumente zurück und verwies auf nationale Sicherheitsbedenken. Dass er nun doch die restlichen Akten freigibt, könnte Teil seiner größeren Agenda sein, die Geheimdienste als unkontrollierte Machtzentren darzustellen.

10. Dezember 1960: John F. Kennedy und seine Frau Jacqueline mit ihrem Sohn John während der Taufzeremonie in der Kapelle der Georgetown University in Washington, D.C.APA/AFP/Sam SCHULMAN

Experten wie Larry Sabato vom Center for Politics der University of Virginia dämpfen allerdings die Erwartungen: “Wer Großes erwartet, wird mit ziemlicher Sicherheit enttäuscht werden.”

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Kommentare

  • Gültig „gegen“ Grün, ÖVP, SPÖ und NEOS wählen und Freundschaft mit Russland! 🤩 ÖXIT und der Weg wird frei für den Weltfrieden. ☮️ sagt:

    Ob wir die komplette Akte zu Gesicht bekommen?

    Könnte auch leicht sein, dass die CIA vorher etwas von der Akte vernichtet hat.

    ———

    »»»Achtung««« Hier treibt ein linker Spinner sein Unwesen. Er verbreitet unter fremde Profilnamen seine Linkspropaganda und spammt mit Kommentarkopien die Kommentarfunktion voll.

    Der „Linksfanatiker“ will hier die Kommentarfunktion stören.

    Den Profilnamenfälscher lache ich nur noch aus. 🤣️

    1× „kritischer Fehler“

  • elex sagt:

    Warum muss ich jetzt an Sobotka und Pilnacek denken..?

    20
  • H.Reiser sagt:

    Ebenso kündigte Trump an, die Epstein-Akten zu veröffentlichen, bevor er einen Rückzieher machte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 😉

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