Seit dem viel kritisierten und diskutierten TV-Beitrag des Bayerischen Rundfunks (BR), sind züchtige Kleidungsstücke in aller Munde (der
Bayerischer Rundfunk Bewirbt Islamisten Verhuellung
berichtete). Die Rede ist von „Modest Fashion“, also Kleidung, die den Frauenkörper verhüllt.
Die knapp 5-Minuten-Doku zeigt einen „Scharia-konformen“ Modeladen in Nürnberg, das von einer Muslimin und ihrem Mann betrieben wird. Statt Bikinis, Miniröcken, ärmellosen Tops werden dort unter anderem Hijabs, Maxikleider, bodenlange Röcke und Tuniken angeboten.

Frau soll sich verhüllen – wie ein Handy
Kurz zusammengefasst, ist der Beitrag des öffentlich-rechtlichen Senders eine Werbung für Islam-Mode, die als „Modest Fashion“ verkauft wird. Eine kritische Einordnung fehlt zu Gänze. Viel mehr wird das Verhüllen mit Argumenten wie „eine Frau soll kein Objekt für Männer sein“ positiv dargestellt. Der Mann der Laden-Betreiberin vergleicht eine Frau mit einem Handy: Wie die Hülle ein Smartphone schütze, so schütze keusche Kleidung die Frau vor „fremden Blicken“.
H&M, Mango, Asos bieten „Ramadan-Kollektionen“ an
„Modest Fashion“ ist kein neuer Begriff. Große internationale Modehäuser wie Gucci oder Dolce & Gabbana, aber auch Marken wie H&M oder Mango boten in den vergangenen Jahren immer wieder sogenannte „Ramadan-Kollektionen“ an.
Asos, ein beliebter Onlineshop bei jungen Leuten, bietet „Ramadan-Mode“ und „Modest Fashion“ an. Gibt man diese Begriffe in die Suchleiste ein, kommen lange Kleider, die Beine und Arme vollständig bedecken und keinen Ausschnitt haben.

Deutsches Modemagazin feiert „Ramadan-Look“
Die deutsche Ausgabe des Frauenmagazins „Glamour“ veröffentlichte 2023 einen Artikel, der den „Ramadan-Look“ feiert. „In unserer multikulturellen Gesellschaft gehören religiöse Anlässe wie der Fastenmonat Ramadan zur Tagesordnung“, schreibt die Autorin. Dann beschreibt sie in blumigen Worten, wie der Ramadan begangen wird – und schließt ab mit: „Gegessen wird in diesem Zeitraum in geselliger Runde mit Familie und Freund:innen zu Iftar (nach Sonnenuntergang) oder Sahur (vor Sonnenaufgang). Beides Anlässe, für die sich besonders herausgeputzt werden kann.“ Dann nennt sie Modemarken, die „Modest Fashion“ anbieten und präsentiert passende Outfits für den Ramadan.
Der Markt für züchtige, islamistische Mode boomt
Der globale Markt für Modest Fashion boomt: Laut dem aktuellen „State of the Global Islamic Economy Report 2025/26″ erreichte die Branche 2024 ein Volumen von rund 347 Milliarden US-Dollar. Bis 2029 soll der Sektor auf 444 Milliarden US-Dollar anwachsen.
2026 erstmals „Modest Fashion Week“ in Paris

Es gibt sogar eigene Fashion Weeks für „Modest Fashion“, zum Beispiel in Miami.
In Paris fand vergangenen April die erste „Modest Fashion Week“ statt (der
Hijabs Auf Dem Laufsteg Erste Modest Fashion Week In Paris
berichtete). „Muslimische Designer aus aller Welt kamen in der französischen Hauptstadt zusammen, um eine beeindruckende Bandbreite an hochwertiger Streetwear und romantischen Blumenmustern zu präsentieren. Dieses wegweisende Ereignis zeigt, dass Modest Fashion endgültig zu einer globalen Größe geworden ist – und erfolgreich die Deutungshoheit zurückgewinnt, ausgerechnet in einer Stadt, in der religiöse Kleidung immer wieder heftige politische Debatten auslöst.“, heißt es unter einem Instagram-Beitrag der Seite „modestfashionweeks“.
Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion
Diese Entwicklungen verwundern nicht: Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion weltweit. Von 2010 bis 2020 stieg die Zahl der Muslime um 347 Millionen auf 2,0 Milliarden Menschen. Damit wuchs die muslimische Bevölkerung um mehr Menschen (347 Millionen) als alle nicht-muslimischen Religionen zusammen (248 Millionen). Der Anteil an der Weltbevölkerung stieg dadurch von 23,9 auf 25,6 Prozent, berichtet das Pew Research Center. Das Christentum ist zwar weltweit noch die größte Religion, aber vielleicht nicht mehr lange: Bis zum Jahr 2070 könnte der Islam das Christentum zahlenmäßig einholen.
Bayerischer Vize-Ministerpräsident: „knallharter Islamismus“
In Deutschland sind viele Meinungsmacher und Politiker wegen des unkritischen „Modest Fashion“-Beitrags im Öffentlich-Rechtlichen alarmiert. Bayerns Vize-Ministerpäsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) etwa warnte in einem Interview mit der deutschen Tageszeitung Welt: Die Politik müsse dem Islamismus „die rote Karte“ zeigen. Ansonsten werde „Modest Fashion“ zu einem allgemeinen Modetrend. „Wir sehen leider Gottes, dass ein sozialer Druck aufgebaut wird auf Menschen, die sich etwas freizügiger kleiden (…). Ich will nicht, dass das Stadtbild in Zukunft von Islam-Gedanken geprägt ist und jede Dame, die eine kurze Hose anhat, dann schief angeschaut wird und irgendwann dann unter dem sozialen Druck sich auch verhüllen muss.“

Seiner Meinung nach sollte diese Entwicklung nicht als „Modetrend“ gefeiert werden. Hier stecke „knallhartes Gedankengut“ und „knallharter Islamismus“ dahinter.
In den Augen Aiwangers stecke hinter diesem BR-Beitrag eine Agenda. Dann sagt der Vize-Ministerpräsident noch: „Auf dem Christentum kann man herumtrampeln, vor dem Islam kuscht man und macht sogar Werbung dafür – das geht so nicht“.
Auch CSU-Generalsekretär Martin Huber äußerte gegenüber der BILD: „Dass solche Aussagen in einem öffentlich-rechtlichen Beitrag unkommentiert stehen bleiben, ist völlig inakzeptabel.“ Er bezieht sich auf die Aussage des Ladenbesitzers, der Frauen mit Handys vergleicht.

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