Gegenüber vor der Wahl musste die Volkspartei den Verlust von elf Ortchefinnen und Ortschefs hinnehmen. Die 87 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bedeuten für die ÖVP den niedrigsten Wert seit Einführung der Direktwahl im Jahr 1994. 23 Gemeinden werden in Zukunft von SPÖ-Bürgermeisterinnen und -Bürgermeistern geführt. Das sind um sechs mehr als vor der Wahl.

In sieben weiteren Gemeinden (plus drei gegenüber 2019) wurden heute Kandidatinnen und Kandidaten von Namenslisten Ortschefs oder Ortschefinnen, und zwar in Anif, Bad Vigaun, Forstau, Maria Alm, Mittersill, Thomatal und Untertauern.

Schmerzhafte Ergebnisse

Die FPÖ stellt erstmals seit der Legislaturperiode 2004 bis 2009 wieder zwei Gemeindeoberhäupter im Land, und zwar in Unternberg (Lungau) und in Mühlbach am Hochkönig (Pongau). Das bedeutet einen Bürgermeistersessel mehr als 2019.

Neben dem Verlust der Landeshauptstadt vor zwei Wochen dürften die ÖVP heute mehrere Ergebnisse schmerzen, auch wenn die Volkspartei fünf Stichwahl-Duelle für sich entschied. In St. Johann im Pongau hat sich beim Aufeinandertreffen “Huber gegen Huber” die SPÖ-Kandidatin Eveline Huber (56,0 Prozent) gegen ÖVP-Kandidat Rudolf Huber (44,0 Prozent) durchgesetzt. In der fünftgrößten Kommune Salzburgs war ÖVP-Langzeitbürgermeister und Salzburger Gemeindeverbandspräsident Günther Mitterer nicht mehr angetreten. Die Mehrheit im Gemeinderat der Stadt hat aber weiter die Volkspartei inne.

In Neumarkt am Wallersee (Flachgau) hat SPÖ-Landesparteichef David Egger-Kranzinger mit 57,2 Prozent ÖVP-Amtsinhaber Adolf Rieger (42,8 Prozent) als Bürgermeister abgelöst – und das nachdem die Sozialdemokraten vor zwei Wochen schon die Mehrheit der Stimmen im Gemeinderat erzielten. Auch in Puch bei Hallein (Tennengau) hatte ÖVP-Langzeitbürgermeister Helmut Klose das Nachsehen gegen SPÖ-Kandidatin Barbara Schweitl, die Mehrheit im Gemeinderat bleibt aber in schwarzer Hand.

In Bad Gastein (Pongau) hat ÖVP-Kandidat Norbert Ellmauer die Stichwahl klar für sich entschieden. Er hatte sich dem Termin heute nur wegen einer einzigen Stimme Unterschied im ersten Wahlgang überhaupt erst stellen müssen.

Die am Sonntag abgeschlossenen Bürgermeisterwahlen in Salzburg haben auch zu einem neuen Rekord bei der Zahl der Orts- und Stadtchefinnen im Bundesland geführt. In Zukunft werden 14 der 119 Gemeinden von Frauen geführt, zuletzt waren es elf gewesen. Das bedeutet eine Bürgermeisterinnen-Quote von 11,8 Prozent – was über dem Österreich-Schnitt von aktuell 10,5 Prozent liegt.