“Bei einer Inkubationszeit von nur zwei bis maximal fünf Tagen müssten jene Teilnehmer der Massendemos, die sich bei den Großveranstaltungen in Wien infiziert hätten, längst in der Statistik aufgefallen sein”, antwortet der Wiener Facharzt für Innere Medizin, Dr. Marcus Franz, auf eine wichtige Frage im aktuellen demokratiepolitischen Diskurs.

Denn: Massenweise wurde den 40.000 bis 44.000 Teilnehmer der Massendemos gegen das geplante Impfpflicht-Gesetz und gegen die Corona-Maßnahmen auf Socialmedia-Plattformen uns von Medien vorgeworfen, “unverantwortlich” zu handeln – sie würden ebenfalls an Corona erkranken und somit die Intensivstationen und das Spitalspersonal noch mehr belasten.

Jetzt zeigen aber die Zahlen Schwarz auf Weiß: Keine einzige dieser Demos war ein “Corona-Turbo”, die Zahlen der Infektionen sowie der Spitalsbelegung gehen seit 4. Dezember deutlich zurück. So wurden am 4. Dezember, am Tag der ersten großen Demonstration in Wien, noch 5318 Infektionsfälle gemeldet, am 26. Dezember waren es aktuell 1717.

Gute Nachrichten auch für Polizisten: Die Infektionszahlen stiegen nach den Demos nicht.

Auch nach dem "Lichtermeer" kein Anstieg der Zahlen

Auch zwischen der ersten und der zweiten Demonstration, die dann am 11. Dezember in Wien mit 44.000 Teilnehmern stattfand, sanken die Corona-Zahlen: Am 11. Dezember wurden 3295 neue Covid-Fälle gemeldet.

Beruhigt können auch die Teilnehmer des “Lichtermeeres der Vernünftigen” sein, die auf der Ringstraße Kerzen für die Corona-Toten und für die Spitalsmitarbeiter entzündet haben: Auch nach dieser Massenveranstaltung mit mehr als 30.000 Teilnehmern sanken die Corona-Zahlen weiter. Am 19. Dezember wurden noch 1943 Infizierte vermeldet, jetzt am 26. Dezember bekanntlich 1717.

Auch nach dem "Lichtermeer" stiegen die Infektionszahlen nicht.

Deutlich weniger Intensivpatienten bereits vor Lockdown

Ebenso sanken die Zahlen bei der Auslastung der Spitalsbetten und der Intensivstationen: Laut AGES Dashboard des Gesundheitsministeriums lagen am 4.12. – also am Tag der ersten großen Anti-Impfpflicht-Demo – 2424 Corona-Patienten in einem der österreichischen Spitäler. Am 25. Dezember waren es nur noch 819, also 1605 Corona-Kranke weniger.

Deutlich sank auch die Zahlen der Intensivpatienten: Anfang Dezember, zu Beginn der Demo-Serie, waren 652 Intensivbetten in Österreich mit Corona-Kranken belegt, Ende Dezember sind noch 384 Covid-Patienten in Intensivbetreuung, in ganz Wien nur 82 – was natürlich auch auf die Lockdown-Maßnahmen, die noch Anfang Dezember verordnet waren, zurückzuführen sein wird.

Gute News auch für besorgte Polizisten

Die Zahlen zeigen jedenfalls, dass die Demos ziemlich sicher sind: Im Freien ist – wie bereits zahlreiche Mediziner und Virologen festgestellt haben – eine Infektion bei Sicherheitsabstand und mit Maskenschutz sehr unwahrscheinlich. Und das ist auch eine gute Nachricht für die Polizisten, die diese Demonstrationszüge unter Kontrolle halten müssen und manchmal auch engen Kontakt zu den wenigen Randalierern haben.

Risiko: Die Polizisten hatten manchmal auch engen Kontakt zu Demonstranten