In der Panik während der Corona-Pandemie wurden von den EU-Ländern viel zu viele Impfdosen gekauft. Seit der Zulassung der ersten Coronavirus-Impfstoffe Ende 2020 haben sie 1,5 Milliarden Impfdosen erhalten. Mindestens 215 Millionen Dosen wurden bereits weggeworfen, wie eine Analyse von “Politico” zeigt. Den Steuerzahler kostete dies mindestens vier Milliarden Euro.

Laut den Analysen haben die EU-Länder im Durchschnitt 0,7 Impfungen pro Einwohner weggeworfen. An der Spitze der Skala steht Estland, das mehr als eine Dosis pro Einwohner weggeworfen hat, dicht gefolgt von Deutschland, das generell die größte Rohmenge an Impfungen weggeworfen hat.

Dunkelziffer wohl deutlich höher

Wenn man diese durchschnittliche Rate auf die übrige EU hochrechnet, käme man sogar auf mehr als 312 Millionen entsorgte Impfdosen. Die konkrete Zahl liegt jedoch im dunklen, da mehrere Regierungen, einschließlich jener aus Frankreich, zögern, das tatsächliche Ausmaß der Verschwendung offenzulegen.

Österreich: 0,82 Dosen pro Einwohner entsorgt

Die Berechnungen von “Politico” basieren demnach auf den Zahlen aus 19 europäischen Ländern, die die Daten offengelegt haben. In Deutschland wurden 0,98 Impfdosen pro Einwohner weggeworfen, das entspricht beinahe 83 Millionen Dosen. In Österreich beträgt die Anzahl der weggeworfenen Dosen 7,5 Millionen(0,82 Dosen pro Einwohner). Damit liegen auch wir deutlich über dem Durchschnitt der genannten Länder. Dieser beträgt 0,63 Dosen pro Einwohner.

Die Berechnungen von “Politico” basieren auf den Zahlen der folgenden Ländern: Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Rumänien, Schweden, Österreich, der Slowakei, Belgien, Portugal Finnland, Litauen, Kroatien, Slowenien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Irland und Luxemburg.