Das zeige, wie entschlossen und effizient der Zoll gegen Marken- und Produktpiraterie vorgeht. Diese Maßnahmen führten nicht nur zur Beschlagnahmung von gefälschten Waren im Wert von fast 36 Millionen Euro, sondern stärkten Branchen, die besonders von Markenrechtsverletzungen betroffen sind. Laut einer Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Verletzungen von Rechten des geistigen Eigentums (EUIPO) aus dem Jahr 2022, stellen diese Branchen in Österreich 29,8 % aller Arbeitsplätze und tragen 44,2 % zum Bruttoinlandsprodukt bei.

„In manchen Ländern beschäftigen sich ganze Industriezweige mit der Herstellung von Billigkopien. Fälscher und deren „Unternehmen“ arbeiten mittlerweile wie gut organisierte Firmen in industriellem Maßstab. Die Ergebnisse des vergangenen Jahres zeigen deutlich, wie entscheidend der Einsatz unseres Zolls im Kampf gegen die Produktpiraterie ist. Ich danke allen Zollbeamtinnen und -beamten für ihre harte Arbeit und ihr Engagement. Unser Kampf gegen die Produktpiraterie wird unermüdlich fortgesetzt, um unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit und unsere Umwelt zu schützen“, so Finanzminister Magnus Brunner.

Erfolg durch verbesserte Risikoanalysen

Im Jahr 2023 hat der österreichische Zoll 7072 Produktpiraterie-Aufgriffe getätigt, eine Steigerung um 77 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Bereich der beschlagnahmten Artikel (194.165) wurde ein Anstieg von 586 % im Vergleich zum Jahr 2022 erreicht. Der Anstieg der Fälle ist auf vermehrte Kontrolltätigkeiten, vor allem im Postverkehr zurückzuführen. Auch die Verbesserung der Risikoanalyse sowie der Risikobewertung trug wesentlich zur Steigerung der Aufgriffe sowie der beschlagnahmten gefälschten Waren, vor allem am Flughafen Wien, bei.

Eine besondere Herausforderung stellt der Internethandel dar, über den vermehrt Fälschungen in Umlauf gebracht werden. Der österreichische Zoll hat durch gezielte Kontrollen im Postverkehr und verstärkte Überwachung am Flughafen Wien maßgeblich dazu beigetragen, diese Art der Produktpiraterie effektiv zu bekämpfen. Im Jahr 2023 wurden alleine im Postverkehr .973 Sendungen mit online bestellten Fälschungen aufgegriffen. Das sind rund 99 % aller Sendungen, die Fälschungen enthielten. Dabei wurden wegen der geringen Größe von Postsendungen allerdings „nur“ 17.864 gefälschte Artikel beschlagnahmt.

Alarmierend bleibt die Situation im Bereich der Medikamentenfälschungen. Obwohl ein Rückgang von 40 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnet wurde, bleibt die Zahl der gefälschten und illegalen Medikamente, die in Österreich eingeführt werden, mit 6734 Sendungen und 801.863 Stück diverser Medikamente besorgniserregend hoch. Diese nicht nur wirtschaftsschädigenden, sondern auch potenziell lebensgefährlichen Produkte stellen eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar.