Das neu erarbeitete blaue Bildungsprogramm sieht außerdem eine Deutschpflicht vor Schuleintritt sowie ein besseres Konfliktmanagement an Schulen vor.

Generell zeichnete Brückl ein düsteres Bild der österreichischen Bildungslandschaft: Jahrzehntelang setze die heimische Bildungspolitik mehr auf “Gleichmacherei” als auf Individualität und Leistung. Mangelnde Unterstützung durch übergeordnete Stellen führe zu untragbare Zuständen an heimischen Schulen. Unter anderem fehlende Deutschkenntnisse führten nicht nur zu mangelhafter Leistung, sondern auch zu Konflikten bis hin zu Mobbing und Gewalt.

Forderung: Tägliche Lesestunde

“Aufgeblähten” Lehrplänen und einer aus blauer Sicht falsch geführten Zuwanderungspolitik will Brückl rechtzeitig zum anlaufenden Wahlkampf das neue Bildungsprogramm seiner Partei gegenüber stellen. “Wir Freiheitliche wollen eine Bildungspflicht statt einer Schulpflicht”, so eine Forderung. Öffentliche Schulen sollen zwar weiter zentraler Ort der Bildungsvermittlung sein. Vorrangig sei aber das Erreichen dieser Ziele für Schülerinnen und Schüler, “unabhängig wo sie das machen”.

Wer das Erreichen dieser Bildungsziele kontrolliert, müsse man noch ausarbeiten, meinte Brückl zwar auf Nachfrage. Für manche könnte die Schullaufbahn dann aber deutlich kürzer ausfallen als derzeit notwendig: “Wer es in acht Jahren schafft, hat einfach sein Bildungsziel erfüllt.” Ein “Absitzen” der neun Pflichtschuljahre sei dann nicht mehr nötig. Die endgültige Definition der Bildungsziele solle durch die Zielbildungseinrichtungen erfolgen.

Weiterhin liegt der Fokus in der Bildungspolitik auf den Sprachkenntnissen. “Wir sind der Meinung, dass Deutsch einfach Voraussetzung sein soll für den Schuleintritt”, so Brückl. Deutschförderklassen seien dabei gar nicht so schlecht, wie sie von manchen gemacht würden. Wichtig ist den Blauen auch eine tägliche Lesestunde im Volksschulalter.

Auszeitklassen

Dem “ständig steigenden Gewalt- und Konfliktpotenzial” an den Schulen will die FPÖ mit einem “ordentlichen Konfliktmanagement” begegnen, das bereits während der ÖVP-FPÖ-Regierungszeit gefordert wurde. Neben einer verbesserten Ausbildung von Lehrkräften sollen dabei auch “klare Regeln für permanentes Wegweisen von aggressiven und verhaltensauffälligen Schülern” in sogenannte “Auszeitklassen” eine Rolle spielen.