Grundlage dieses Artikels ist ein aktueller Bericht des Athena Forum, das die Rolle transaktivistischer und genderpolitischer Lobbystrukturen in Europa analysiert. Das Kapitel „The gender identity lobby in Europe“ zeichnet nach, wie wenige, gut vernetzte NGOs mit finanzieller Unterstützung aus EU-Programmen politischen Einfluss ausüben.

Und dieser Einfluss ist längst für uns alle spürbar. Geschlechtsidentitäten werden nicht mehr ausschließlich in Universitäten diskutiert und erforscht, sondern greifen tief in den Alltag ein. Sie wirken normativ: Sie verändert politische Prioritäten, den Sprachgebrauch, institutionelle Standards und die Begründung von Gleichstellungspolitik. Geschlechtsidentität wird so zur zentralen Referenzgröße.Trans-Lesungen für Kinder, Schulbücher die nicht mehr von Buben und Mädchen sprechen und die schrittweise Aberkennung der faktischen Existenz zweier biologischer Geschlechter markieren einen tiefgreifenden kulturellen Wandel.

exxpress hat sich die sogenannten „Big Five“ dieser Lobby genauer angesehen. Wer sind diese Organisationen, wofür stehen sie – und wie viel Geld fließt aus Brüssel?

TGEU: TGEU (Trans Europe and Central Asia, „Transgender Europe“)

TGEU (Transgender Europe) entstand Mitte der 2000er Jahre und wurde 2007 offiziell registriert. Die Organisation agiert europa- und (seit 2018) asienweit mit dem Ziel, Trans-Rechte politisch, rechtlich und gesellschaftlich zu stärken und entsprechende Konzepte in staatliche Strukturen zu verankern. Ihr Wirkungsfeld reicht von Interessenvertretung auf EU-Ebene über Vernetzung nationaler Akteure bis hin zu strategischer Kommunikation und Schulungsarbeit.

Wie eng diese Arbeit mit europäischen Institutionen verknüpft ist, zeigt ein laufendes EU-Projekt im Rahmen des Programms Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte (CERV). Unter dem Titel „TGEU OG 2026 – Stärkung von Trans-Rechten, Inklusion und Sichtbarkeit in Europa (STRIVE)“ erhält TGEU für das Jahr 2026 eine Förderung mit einem Gesamtbudget von 1.169.737 Euro, davon 935.789,60 Euro (knapp 1 Million Euro)  direkt aus EU-Mitteln.

Das TGEU OG 2026 ist ein umfassendes Projekt zur Förderung von Trans-Rechten in ganz Europa. Es bekommt für das Jahr 2026 knapp 1 Mio Euro Förderungen der EU.Europäische Kommission /Screenshot

Laut offizieller Projektbeschreibung dient das Vorhaben der europaweiten Stärkung von Trans-Rechten durch gezielte Einflussnahme auf rechtliche und politische Rahmenbedingungen auf nationaler wie auf EU-Ebene. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau strategischer Interessenvertretung, Schulungsprogramme für Aktivisten und Institutionen, politische Briefings, die Zusammenarbeit mit EU-Politikern und Behörden sowie koordinierte Kommunikationsmaßnahmen. Ziel ist es, den Zugang zur rechtlichen Anerkennung des Geschlechts zu verbessern, Diskriminierung zu bekämpfen und Trans-Themen dauerhaft in Gesetzgebung, Verwaltung und öffentlicher Debatte zu verankern – und das mit knapp 1 Millionen Euro für das Jahr 2026. Ob es das wert ist, dürfen Sie selbst beurteilen. Wir fangen aber gerade erst an. Schauen wir also weiter:

ILGA-Europe: Regionalzweig von ILGA World, Europa und Zentralasien

ILGA-Europe gilt als das Schwergewicht unter den europäischen LGBTI-Organisationen. Gegründet Mitte der 1990er Jahre als regionaler Arm der internationalen ILGA, entwickelte sich der Verein von einem Netzwerk klassischer Schwulen- und Lesbenorganisationen zu einem zentralen politischen Akteur mit starkem Fokus auf Geschlechtsidentität. Spätestens seit den frühen 2010er Jahren prägt das Thema Transrechte die strategische Ausrichtung der Organisation.

Die Organisation zeichnet sich auch durch ihre  ystematisch mit strategischer Einflussnahme aus. Dazu zählen juristische Interventionen, die Begleitung von Gerichtsverfahren, Schulungen für Verwaltungen und NGOs sowie das gezielte Monitoring nationaler Gesetzgebungen. Mit der sogenannten „Rainbow Map“ schafft die Organisation ein öffentlichkeitswirksames Ranking, das politischen Druck auf Mitgliedstaaten ausübt und Reformen im Sinne der Gender-Identitätsagenda einfordert.

ILGA-Europe ist regelmäßig in Konsultationen der EU-Kommission eingebunden, arbeitet mit Abgeordneten zusammen und liefert Expertise für europäische Institutionen. Nationale Gesetzesinitiativen werden dadurch nicht selten bereits im Vorfeld ideologisch gerahmt.

Ein konkretes Beispiel für die EU-Finanzierung von ILGA-Europe ist ein Projekt mit dem Titel „LGBTI-Rechtsstreitigkeiten“, das von April 2023 bis September 2025 läuft. Das Gesamtbudget beträgt 349.717 Euro, davon stammen 211.814,73 Euro direkt aus EU-Mitteln. Ziel des Projekts ist es laut Projektbeschreibung, strategische Rechtsstreitigkeiten für LGBTI-Rechte auf nationaler und europäischer Ebene systematisch auszubauen, die Kapazitäten von Mitgliedsorganisationen, Anwälten und Menschenrechtsnetzwerken zu stärken und die Zahl entsprechender Verfahren bis hin zum Europäischen Gerichtshof zu erhöhen.

Mit diesem Projekt will ILGA-Europe die Grundlage für Rechtsänderungen für LGBTI-Personen auf europäischer und nationaler Ebene durch proaktive, koordinierte und bedarfsorientierte strategische Rechtsstreitigkeiten schaffen.Europäische Kommission/Screenshot

IGLYO (Internationale LGBTQI Jugend and Studenten Organisation)

IGLYO (Internationale lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und queere Jugend- und Studierendenorganisation) wurde 1984 gegründet und ist eine europaweit tätige Interessenvertretung für LGBTIQ-Jugendliche und Studierende. Die Organisation fokussiert sich auf politische Interessenvertretung, Forschung, Vernetzung und Kommunikation mit dem erklärten Ziel, die Rechte von LGBTIQ-Jugendlichen auf europäischer und internationaler Ebene zu stärken.

IGLYO verweist auf seine Gründung im Jahr 1984. Der damals organisierte Zusammenschluss betraf jedoch LGB-Jugendliche. Die heutige Bezeichnung LGBTIQ ist eine spätere Erweiterung, die hier wohl rückwirkend auf die Anfangsjahre angewendet wird.IGLYO/Screenshot

Ein konkretes Beispiel für die EU-Finanzierung dieser Arbeit ist ein Projekt mit dem Titel „Rechte und Ermächtigung von LGBTIQ-Jugendlichen“.  Das Projekt lief von Januar bis Dezember 2025 und setzt dort an, wo politische Wirkung langfristig besonders stark ist: bei Jugendlichen. Das Gesamtbudget betrug 585.000 Euro, davon wurden 268.000 Euro aus EU-Mitteln bereitgestellt.

Die Mission von IGLYO ist es, die Rechte von LGBTQI-Jugendlichen zu stärken, für Gleichberechtigung und Inklusion zu kämpfen und unsere Jugendstimmen zu stärken.Europäische Kommission/Screenshot

Laut offizieller Projektbeschreibung verfolgte das Vorhaben das Ziel, die politische Beteiligung von LGBTIQ-Jugendlichen zu stärken, ihre Stimmen in europäische Entscheidungsprozesse einzubringen und ihre Rechte in Bereichen wie Bildung, Nichtdiskriminierung und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Vorgesehen waren unter anderem Forschungsarbeit, politische Interessenvertretung, Kommunikationsmaßnahmen sowie der Ausbau von Netzwerken und Kapazitäten von Jugendorganisationen in den EU-Mitgliedstaaten.

ELC (Euro Central Asian Lesbian Community)

EL*C (EuroCentralAsian Lesbian* Community) wurde 2017 gegründet und versteht sich als europäisches Netzwerk zur politischen Interessenvertretung von lesbischen Frauen sowie nicht-binären Personen. Der im Athena-Forum-Paper beschriebene Ansatz der Organisation basiert auf einem intersektionalen Verständnis von Geschlecht, das klassische lesbische Interessenvertretung mit Gender-Identitäts- und Diversitätskonzepten verbindet. Damit tritt EL*C nach außen als Interessenvertretung lesbischer Frauen auf, arbeitet politisch jedoch mit einem klar intersektionalen Ansatz, der klassische Kategorien von Geschlecht erweitert und mit Identitätskonzepten verbindet. Das zeigt sich nicht nur programmatisch, sondern auch in den Zielen der EU-geförderten Projekte. Der Fokus liegt auf Netzwerkaufbau, politischer Sensibilisierung und der Verankerung intersektionaler Gleichstellungsansätze in europäischen Entscheidungsprozessen.

Auf der Website von EL*C findet man unter anderem ihre Vision. Diese wird einleitend als Utopie beschrieben.EUROZENTRALE ASIATISCHE LESBISCHE*GEMEINSCHAFT/Screenshot

EL*C hat seinen organisatorischen Sitz in Wien. Zudem weist die Organisation auf ihrer Website ausdrücklich darauf hin, dass deren Erstellung und Betrieb mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union erfolgt. Damit ist nicht nur die politische Arbeit, sondern auch die öffentliche Kommunikation der Organisation EU-gefördert.

EUROZENTRALE ASIATISCHE LESBISCHE*GEMEINSCHAFT/Screenshot

Wie diese politische Ausrichtung praktisch umgesetzt wird, zeigt ein abgeschlossenes EU-Projekt im Rahmen des Programms Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte (CERV). Unter dem Titel „Intersektionalität ist wichtig: Förderung der Gleichstellung, Verhinderung und Bekämpfung von Diskriminierung von LBQTI-Frauen und nicht-binären Personen“ lief das Projekt von Januar bis Dezember 2022. Das Gesamtbudget betrug 800.000 Euro, davon wurden 671.040 Euro aus EU-Mitteln finanziert.

Intersektionalität ist wichtig: Förderung der Gleichstellung, Verhinderung und Bekämpfung von Diskriminierung von LBQTI-Frauen und nicht-binären PersonenEuropäische Kommission/Screenshot

Laut Projektbeschreibung zielte das Vorhaben darauf ab, ein europaweites Netzwerk von Organisationen für LBQTI-Frauen und nicht-binäre Personen aufzubauen und zu stärken, politische Sensibilisierungsarbeit auf EU-, nationaler und regionaler Ebene zu leisten sowie Kapazitäten für Interessenvertretung und strategische Koordination auszubauen. Vorgesehen waren unter anderem politische Schulungen, Netzwerkarbeit, Partnerschaften mit Institutionen sowie Maßnahmen zur Verankerung intersektionaler Gleichstellungsansätze in politischen Entscheidungsprozessen.

OII Europe (Organisation Intersex International Europe)

OII Europe wurde 2015 als europäische Dachorganisation intersexueller Interessenvertretungen gegründet. Das Athena-Forum-Paper ordnet die Organisation als Teil jener eng vernetzten zivilgesellschaftlichen Strukturen ein, die seit den 2010er-Jahren zunehmend Einfluss auf europäische Gleichstellungs- und Menschenrechtspolitik im Bereich Geschlechtsidentität ausüben.

Inhaltlich positioniert sich OII Europe als politische Interessenvertretung intersexueller Personen auf europäischer Ebene. Der Schwerpunkt liegt dabei auf rechtlichen Rahmenbedingungen, dem Schutz vor als schädlich bewerteten medizinischen Praktiken sowie auf der Anerkennung intersexueller Menschen innerhalb bestehender Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsstrukturen. Laut Athena-Paper arbeitet OII Europe dabei nicht isoliert, sondern eingebettet in ein Netzwerk aus LGBTIQ- und transaktivistischen Organisationen, das gemeinsame politische Zielsetzungen verfolgt.

Wie diese Arbeit konkret ausgestaltet wird, zeigt ein laufendes EU-Projekt im Rahmen des Programms Bürger, Gleichstellung, Rechte und Werte (CERV). Unter dem Titel „Förderung der Inklusion, des Schutzes und der Rechte intersexueller Personen in Europa – Jahr 1“ läuft das Projekt von Januar bis Dezember 2026. Das Gesamtbudget beträgt 723.526 Euro, davon stammen 421.378,40 Euro direkt aus EU-Mitteln.

Förderung der Inklusion, des Schutzes und der Rechte intersexueller Personen in Europa OG - Jahr 1Europäische Kommission/Screenshot

Laut offizieller Projektbeschreibung verfolgt das Vorhaben eine breite politische Zielsetzung. Dazu zählen die Förderung der Gleichstellung intersexueller Menschen in der EU, die Unterstützung von Richtlinien- und Gesetzgebungsprozessen, Sensibilisierungsmaßnahmen gegenüber Politik, Verwaltung, Fachpersonal und Öffentlichkeit sowie der Aufbau und die Stärkung intersexueller NGOs auf europäischer und nationaler Ebene. Vorgesehen sind unter anderem Schulungen, Netzwerkarbeit, politische Empfehlungen, Informationsmaterialien, Konferenzen und strategische Zusammenarbeit mit EU-Institutionen und Mitgliedstaaten. Ziel ist es, intersexuelle Themen dauerhaft in politische Entscheidungsprozesse, Verwaltungspraxis und gesellschaftliche Debatten einzubinden.

Fazit

Was dieser Überblick zeigt, ist nur ein Ausschnitt. Für jede der hier dargestellten Organisationen wurde nur ein einziges EU-Projekt herausgegriffen. Wer sich durch das EU-Finanzierungsportal klickt, findet jedoch rasch zahlreiche weitere Förderungen, Folgeprojekte, Rahmenpartnerschaften und mehrjährige Programme. Die Summen, die hier sichtbar werden, sind daher keine Ausnahme, sondern Teil eines größeren Systems.

Auffällig ist dabei: Trotz unterschiedlicher Namen, Zielgruppen und Selbstbeschreibungen verfolgen diese Organisationen im Kern sehr ähnliche Aufgaben. Sie arbeiten politisch, medial und institutionell an denselben Themen, nutzen vergleichbare Instrumente – von Lobbying über Schulungen und Kampagnen bis hin zu rechtlicher Einflussnahme – und bedienen sich derselben EU-Förderlinien. Das wirft eine legitime Frage auf: Warum braucht es auf europäischer Ebene gleich mehrere, parallel finanzierte Strukturen mit nahezu identischer Stoßrichtung? Oder anders gefragt: Geht es hier um Vielfalt – oder um die maximale Verstärkung einer bestimmten Agenda?

Fest steht auch: Geld wirkt. EU-Förderungen dieser Größenordnung schaffen Strukturen, finanzieren Personal, ermöglichen Kampagnen, Schulungen, Studien, Rechtsverfahren und politische Vernetzung. Sie sorgen dafür, dass bestimmte Weltbilder, Begriffe und Prioritäten nicht nur vertreten, sondern dauerhaft institutionell verankert werden können. Ideologien verbreiten sich immerhin nicht von selbst. Wer über Jahre hinweg Millionenbeträge erhält, gestaltet Debatten, setzt Themen und verschiebt Grenzen des Sagbaren. Geld regiert die Welt – und wer es gezielt einsetzt, erreicht Menschen, Institutionen und letztlich auch Gesetzgeber.