Der exxpress hat die Jugendgewalt in Wien-Döbling bereits mehrfach thematisiert: Teenie-Gangs, Raubüberfälle, sehr junge Intensivtäter. Nun kommt eine neue Schilderung aus dem Schulalltag dazu.
Nun schildert auch eine Direktorin einer Mittelschule in Döbling gegenüber der Presse, wie sehr das Problem den Schulalltag belastet. Ihre Aussagen passen ins Bild.
Polizei vor der Schule
Die Direktorin bleibt anonym. Sie will die Privatsphäre ihrer Schüler schützen. Ihre Schilderungen aber sind deutlich.
Sie berichtet von Kindern, die in sozialen Medien bedroht werden. Von Eltern, die erzählen, dass ihr Kind im Park verprügelt wurde. Von Schülern, die am Schulweg beraubt werden. Von Lehrern, die sich vor bestimmten Jugendlichen fürchten.
Im vergangenen Schuljahr musste die Polizei demnach immer wieder an die Schule kommen. Viele Eltern würden sich bereits fragen, warum ständig Einsatzkräfte vor Ort seien.
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„Ich will deinen Kopf“
Besonders drastisch sind die Drohungen, von denen die Schulleiterin berichtet. Demnach fallen Sätze wie: „Ich will deinen Kopf“ oder: „Ich mach sie alle fertig.“
Die Drohungen richten sich demnach nicht nur gegen Mitschüler. Auch Lehrer sollen betroffen sein. Ein Lehrer sei am Heimweg verfolgt worden. Ein suspendierter Schüler sei trotz Ausschluss vor der Schule aufgetaucht, habe Kinder bespuckt und Lehrer bedroht.
Für die Direktorin ist klar: Das ist kein normaler Schulkonflikt mehr.
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Seit zwei Jahren verschärft sich die Lage
Nach Darstellung der Direktorin ist die Entwicklung nicht neu, sondern hat sich über längere Zeit aufgebaut. „Seit zwei Jahren ist das Problem massiv angewachsen“, sagt sie der Presse.
Eine wichtige Rolle spielen dabei soziale Medien. Dort würden Kinder bedroht, Jugendliche einander aufstacheln, Taten filmen und Mitschüler weiter unter Druck setzen. Laut der Schulleiterin haben sich im Bezirk auch Gruppenstrukturen gebildet. Ältere Jugendliche würden teils Jüngere anwerben – gerade weil Kinder unter 14 Jahren noch nicht strafmündig sind.
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Schule hat kaum Handhabe
Für die Schule ist das besonders schwierig. „Wir als Lehrkörper sind damit überfordert“, sagt die Direktorin. Lehrer dürfen keine Taschen nach gefährlichen Gegenständen durchsuchen. Sie können Eltern nicht zur Kooperation zwingen. Und sie können Schüler nicht einfach abmelden.
Auch Suspendierungen würden laut Direktorin oft nicht reichen. Manche Kinder tauchten trotzdem wieder vor der Schule auf, streiften unbeaufsichtigt durch die Gegend oder setzten ihre Drohungen digital fort. Die Schulleiterin fordert deshalb mehr Handhabe gegenüber Eltern, mehr Förderklassen und eine stärkere Durchmischung an den Schulen.
Die Direktorin hält fest: Mit Kindern, die „Angst und Schrecken verbreiten“, umzugehen, sei „nicht unsere Aufgabe“.
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Bezirksvorsteher schlägt Alarm
Döblings Bezirksvorsteher Daniel Resch hatte das Problem kürzlich gegenüber dem exxpress angesprochen. Er sprach von acht bis zwölf Jugendlichen, die an Döblinger Mittelschulen ihre Mitschüler gefährden würden. Viele seien unter 14 Jahre alt und damit nicht strafmündig. „Wenn ein Lehrer Angst hat, in der Früh in die Schule zu kommen, da rennt gewaltig was falsch.“
Resch forderte härtere Maßnahmen gegen junge Intensivtäter. Doch Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) blieb bei ihrer Linie. Eine Senkung des Strafalters sei nicht vorgesehen. Ihr Kernsatz: „Kinder gehören erzogen, nicht eingesperrt.“
Für Lehrer, Eltern und Schüler bleibt damit die entscheidende Frage: Wer schützt die Schule, wenn die bisherigen Mittel versagen?

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