Es gibt Wochen, in denen die Chronik eines Landes mehr über seinen Zustand verrät als man es sich politisch vielleicht eingestehen möchte. Die vergangene war so eine. Wer die Polizeimeldungen aus Österreich von Samstag bis heute nebeneinanderlegt, blättert sich nicht durch Einzelfälle – er blättert sich durch ein Sittenbild. Eines, das brutal ist.
Den Auftakt macht ein Fall aus Niederösterreich: In Münchendorf soll die Leiche einer 99-Jährigen mehr als zehn Jahre lang in der Hauswand eingemauert gewesen sein, während ihre Pension weiterfloss – über die Jahre eine halbe Million Euro. Eine heiße Spur liefert ihre E-Card, deren letzte Registrierung aus dem Jahr 2015 stammt. Der 57-jährige Sohn wurde in Dubai festgenommen, das Auslieferungsverfahren läuft.
In Oberösterreich starb in Marchtrenk eine 40-jährige Frau an schwersten Verletzungen. Unter dringendem Tatverdacht steht ihr 50-jähriger Ehemann, der sexuelle Handlungen einräumte, aber von einem „Unfall” spricht. Ermittelt wird wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person mit Todesfolge – darauf stehen bis zu lebenslange Haft.
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Der Blick verengt sich: Willkommen in Wien
Und dann ist da Wien. Deutlich ist mittlerweile, dass es keine dunkle Seitengasse mehr braucht, damit es einen trifft – ein Park, eine Einkaufsstraße, eine Wohnung genügen.
In Wien-Penzing soll ein 42-jähriger Syrer in der Nacht auf den 13. Juli mit Kabel und Ledergürtel auf seinen zwölfjährigen Sohn eingeschlagen und ihn mit dem Umbringen bedroht haben; als der 17-jährige Bruder eingriff, prügelte der Vater auch auf ihn ein. Die Ermittler vermuten jahrelange Misshandlung.
Im Kurpark Oberlaa schlugen drei Jugendliche einen 53-Jährigen nieder und traten weiter auf ihn ein, als er längst am Boden lag; seine Frau wurde gestoßen, einer Zeugin das Handy entrissen. Genau dieses Handy überführte das Trio per Ortungs-App. Einer der beiden 15-Jährigen ist Österreicher, beim zweiten 15-Jährigen und beim 17-Jährigen war die Staatsbürgerschaft zunächst ungeklärt. Auf der Mariahilfer Straße stieß ein 26-jähriger Iraker nach einem Ladendiebstahl einen Detektiv und eine unbeteiligte Passantin zu Boden und schlug zu – beide mussten ins Spital.
Ertappter Irakischer Ladendieb Rastet Aus Und Stolpert Bei Flucht Ueber Fahrrad
Ein Messerstecher, zwölf Jahre alt
Fassungslos machte vor allem ein Fall aus dem Wielandpark in Favoriten: Ein zwölfjähriger Syrer soll „wie wild” mit einem Klappmesser auf mehrere Jugendliche eingestochen haben, einen 15-Jährigen lebensgefährlich. Zwölf Jahre alt – und damit unter der Strafmündigkeitsgrenze. Prompt forderte Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP), die Strafmündigkeit auf zwölf Jahre zu senken.
Syrer Sollte Laengst Im Gefaengnis Sitzen Drei Tage Spaeter Vergewaltigt Er Erneut
Die Woche endete, wie sie verlief: Auf der Donauinsel wurde einem 19-Jährigen eine Glasflasche ins Gesicht geschlagen, in der Senefeldergasse stachen mehrere Männer auf zwei junge Männer ein – mitten in der Waffenverbotszone Innerfavoriten. Den Tiefpunkt setzte ein Prozess am Landesgericht Korneuburg: Fünf Jugendliche sollen einen Elfjährigen in einen Keller gelockt, gefilmt und gezwungen haben, ihre Schuhe abzulecken. Weil vier noch unmündig sind, musste sich nur eine 14-Jährige verantworten, eine in Wien geborene Rumänin – zwei Jahre bedingt. Auf die Frage des Richters nach ihrer Strafe soll sie geantwortet haben: „Gar keine.”
Auch nebenan brennt es
Wer glaubt, das sei ein rein österreichisches Problem der Irrt. Ein Blick über die Grenze Richtung Deutschland reicht. Ein Posting der Publizistin Anabel Schunke (@ainyrockstar) ging diese Woche auf X viral: Unter „Ein ganz normaler Tag in Deutschland” reiht sie Gewalttaten aus Dresden, Trier, Ruhpolding, Iserlohn und Hagen aneinander. Ihr Fazit: „Das ist das Deutschland, das Angela Merkel und Konsorten uns hinterlassen haben.” Es gehe um den „Alltagsterror”, das Gefühl, dass es einen „jederzeit, völlig unvermittelt und absolut willkürlich treffen kann”. Ihr Schlusssatz, der die Wut vieler trifft: „Ich hasse sie alle dafür.”
Dass die Klammer zwischen den Ländern keine Erfindung ist, zeigt ein Fall, der aktuell auf exxpress.at zu lesen ist: Auf einem Flug von der Türkei nach Düsseldorf weigerte sich ein 29-jähriger Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund, neben einer Frau zu sitzen, und berief sich auf die Scharia. Als eine Flugbegleiterin ihn zur Rede stellte, ohrfeigte er sie. Die Scharia hat weder in Deutschland noch in Österreich rechtliche Gültigkeit – und kollidiert doch, mitten über den Wolken, mit den Grundwerten der Gesellschaft.
Das ist die Bilanz einer einzigen Woche. Man kann das für eine Aneinanderreihung von Einzelfällen halten. Man kann aber auch fragen, wie viele Einzelfälle es braucht, bis daraus ein Muster wird.

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