Bei dieser Gäste-Mischung und Themenwahl wollten viele gerne einschalten: Das Servus TV-Talkformat “Links. Rechts. Mitte – Duell der Meinungsmacher” erreichte am späten Sonntagabend mit mehr als 108.000 Zusehern eine Rekordquote. Unter anderem über das Impfversagen der EU diskutierten eXXpress-Chefredakteur Richard Schmitt, SN-Chefredakteur Manfred Perterer, Falter-Chefredakteur Florian Klenk und die Gesundheitsjournalistin Cornelia Stolze mit Moderatorin Katrin Prähauser.

Beim Migranten-Thema erhitzten sich die Gemüter

Während im ersten Teil der Sendung noch viel Eintracht unter den Talk-Gästen herrschte, verschärfte sich der Ton, als es um die Frage ging, warum Personen mit Migrationshintergrund verstärkt vom Infektionsgeschehen betroffen sind. Während Klenk und Perterer anfänglich nicht so recht einen direkten Zusammenhang sehen wollten, berichtete Schmitt aus seinen Recherchen: “Ich habe Informationen aus dem AKH Wien, dass dort aktuell mehr als jeder zweite Patient auf der Intensivstation einen Migrationshintergrund hat. Und genau diese Personen müssen wir besser schützen.”

Das Problem seien in Wien existierende Parallelgesellschaften, die sprachlich nicht mehr erreicht werden. Hier nahm er Regierung und Gesellschaft in die Pflicht, besser dafür zu Sorgen, dass auch Nicht-Muttersprachler über die neuesten Corona-Verordnungen informiert werden. “Sind wir mal ehrlich, nicht mal wir geborenen Österreicher können uns an alle Verordnungen des Gesundheitsministeriums erinnern.”

Im Verlauf der Diskussion räumte Klenk schließlich ein: “Es sind viele Migranten betroffen.” Er verortet die Gründe dafür aber eher in deren oftmals prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen.

CR Richard Schmitt: "Wir müssen diese Personen besser schützen."

Klenk musste sich entschuldigen

In dem Zusammenhang ließ sich Klenk auch zu einem geschmacklosen Scherz hinreißen, der für gewaltige Empörung bei den Zuschauern sorgte. Als Schmitt darüber sprach, dass jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt wäre für große Hochzeiten mit 50 Personen, warf Klenk kichernd von der Seite ein: “Wie bei Haimbuchner”, in Anspielung darauf, dass der oberösterreichische FPÖ-Landesvize vor seiner schweren Corona-Erkrankung bei einer verbotenen Storchenparty teilgenommen hatte. Er wird zur Stunde im Uniklinikum Linz künstlich beatmet.

“Wir reden jetzt nicht über Manfred Haimbuchner, der schwer kämpft auf der Intensivstation”, unterbrach Moderatorin Prähauser dessen unangebrachte Witzeleien. Im Netz kochte die Stimmung umgehend hoch: “Ob man Witze auf Kosten von Menschen macht, die gerade auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen, so wie Florian Klenk das hier tut, ist letztlich eine Charakterfrage”, schrieb etwa der Kommunikations-Profi Robert Willacker auf Twitter. “Das ist die Sache mit gutem Stil: Man hat ihn oder man hat ihn nicht. Das kann man nicht lernen.”

 

 

Klenk reagierte noch am selben Abend und entschuldigte sich für seinen unangebrachten Witz auf Facebook: Es sei ihm angeblich zum Zeitpunkt der Sendungsaufzeichnung am Nachmittag nicht bewusst gewesen, wie ernst es mittlerweile um den Gesundheitszustand von Haimbuchner steht: “Ich wollte niemanden verletzen in diesen schweren Stunden.”

Hier der Link zur kompletten Sendung:

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